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    Medikamentöse Therapiemöglichkeiten zur Raucherentwöhnung

    Vielen Rauchern fällt der schlagartige und komplette Verzicht auf Zigaretten schwer. Besonders bei schweren Rauchern sind die Rückfallquoten erschreckend, denn der reine Wille reicht längst nicht aus, um die Sucht zu besiegen.

    Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Medikamenten und Therapieansätzen, die eine schrittweise oder komplette Rauchabstinenz zum Ziel haben. Obwohl die meisten Medikamente statistisch gesehen eher bescheidene Erfolgsaussichten versprechen, so schaffen sie wenigstens günstige Rahmenbedingungen, unter denen der Ausstieg gelingen kann.


    Inhaltsverzeichnis

    1. Raucherentwöhnung mit Vareniclin
    2. Raucherentwöhnung mit Zyban
    3. Raucherentwöhnung mit Nicorette
    4. Raucherentwöhnung mit Nicotinell
    5. Raucherentwöhnung mit Nikofrenon
    6. Medikamentöse Therapiemöglichkeiten zur Raucherentwöhnung in tabellarischer Ansicht

    Raucherentwöhnung mit Vareniclin

    Vareniclin ist seit 2007 als Medikament Champix in Deutschland zugelassen. Bei diesem Medikament handelt es sich um einen Nikotin-Rezeptorantagonist, den Erwachsene zur Tabakentwöhnung einsetzen können. Die Wirkweise beruht in erster Linie darauf, dass Vareniclin an die Nikotin-Rezeptoren im Gehirn andockt und diese besetzt, damit das Nikotin seine Wirkung im Belohnungszentrum des Gehirns nicht erfüllen kann.

    champix

    Raucher erfahren keine positiven Empfindungen mehr durch das Rauchen, sodass sie das Rauchen nicht mehr befriedigt. Vareniclin ahmt die Wirkweise von Nikotin nach, das Rauchen wird schrittweise reduziert und entfällt irgendwann ganz, es ist außerdem nur mit geringen Entzugserscheinungen zu rechnen.

    Das Rauchverlangen nimmt nach und nach ab, bis es schließlich ganz verschwunden ist. Das Medikament ist in Tablettenform sowie in zwei Stärken erhältlich (0,5 Milligramm und 1 Milligramm). Eine Behandlung erstreckt sich meist über zwölf Wochen, wobei die Dosis zunächst von einer 0,5-Milligramm-Tablette schrittweise auf zwei 1-Milligramm-Tabletten erhöht wird.

    Spätestens zwei Wochen nach Behandlungsbeginn sollte das Rauchen vollständig eingestellt werden. Typische Nebenwirkungen durch die Einnahme sind Übelkeit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Halluzinationen.

    Raucherentwöhnung mit Zyban

    Die Raucherentwöhnung ist auch möglich mit dem Medikament Zyban, dass den Wirkstoff Amfebutamon enthält. Dieser Wirkstoff ist schon seit langer Zeit als Antidepressivum bekannt. Seine Wirksamkeit wurde dabei durch Zufall bei depressiven Patienten entdeckt, die infolge einer Behandlung mit Amfebutamon aufhörten zu rauchen.

    Möchten Sie mit dem Rauchen aufhören, können unsere Ärzte Ihnen sagen, ob eine medikamentöse Behandlung für Sie geeignet ist. Hierzu müssen Sie lediglich kostenlose fachärztliche Konsultation durchführen.

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    In Deutschland ist das Medikament seit 2000 zugelassen. Es ist insbesondere für solche Raucher geeignet, die das Rauchen aufgeben möchten oder bereits einen Versuch unternommen haben, jedoch aufgrund der Stärke der Sucht gescheitert sind.

    Die Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin, die durch das Rauchen entstehen, verursachen im Gehirn einen Belohnungseffekt sowie eine erhöhte Konzentrations- und Leistungsfähigkeit. Hört ein Patient mit dem Rauchen auf, sinkt der Anteil an Dopamin und Noradrenalin im Körper, was zu einer erhöhten Reizbarkeit sowie zu einem gesteigerten Verlangen nach der Droge führt.

    Amfebutamon hält die Konzentrationen beider Stoffe hoch, dockt jedoch selbst nicht an den Stellen am Gehirn an. Es verhindert die Entzugssymptome und das starke Verlangen nach einer Zigarette.

    Als Nebenwirkungen treten Bauchschmerzen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Schlafstörungen, Hautausschlag und Schwindel auf, in seltenen Fällen auch Krampfanfälle. Eine Entwöhungstherapie mit dem Medikament dauert sieben bis neun Wochen und wird vom Arzt begleitet.

    Das Medikament darf bei exzessivem Alkoholkonsum, Drogensucht, Gehirntumoren sowie allen Medikamenten, die bei Epilepsien eingenommen werden, nicht eingesetzt werden. Auch bei Depressionen, Bulimie oder Magersucht ist von einem Einsatz abzusehen.

    Darüber hinaus muss das Medikament bei allergischen Reaktionen sofort abgesetzt werden. Die Erfolgsaussichten bei der Raucherentwöhnung mit Zyban liegen etwa doppelt so hoch wie bei den herkömmlichen Therapieformen.

    Raucherentwöhnung mit Nicorette

    Nicorette bietet verschiedene Nikotinersatzprodukte, die einem Raucher das Aufhören erleichtern sollen. Derzeit am Markt erhältlich sind Sprays, Lutschtabletten, Kaugummis, Pflaster und Inhaler.

    Die Kaugummis enthalten den Wirkstoff Nicotin-Polacrilin. Sie sollen die Raucherentwöhnung unterstützen und das Rauchen insgesamt reduzieren. Die Lutschtabletten enthalten Nicotin als Nicotinresinat und sollen ebenfalls die Reduktion des Tabakkonsums bei starken Rauchern erleichtern.


    Strukturformel von Nikotin Strukturformel von Nikotin

    Sprays und Inhaler werden darüber hinaus auch eingesetzt, um den Raucherausstieg vollständig zu erreichen. In den Präparaten sind Levomenthol, Pfefferminzöl, Butylhydroxytoluol (E 321) sowie Ethanol (Alkohol) enthalten.

    Typische Nebenwirkungen sind in vielen Fällen Kopfschmerzen, Schwindel, Beschwerden im Magen-Darm-Bereich, Erbrechen, Schluckauf, Übelkeit, Reizungen in Mund oder Hals, Schmerzen in den Kaumuskeln sowie in seltenen Fällen Herzrhythmusstörungen, Hautrötungen und allergische Reaktionen.

    Die Dosierung der Einnahme ist von Medikament zu Medikament verschieden. Bei den Kaugummis sollte etwa stündlich je ein Kaugummi genommen werden, maximal jedoch 16 Kaugummis pro Tag.

    Bei Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren dürfen einzelne Präparate nur in Absprache mit dem Arzt eingenommen werden. Die langfristigen Erfolgsaussichten bei allen Nikotinersatzprodukten (Nicorette, Nicotinell, Nikofrenon) liegen je nach Studie zwischen zehn und 20 Prozent.

    Raucherentwöhnung mit Nicotinell

    Nicotinell bietet mit Kaugummis, Lutschtabletten und Pflastern ähnliche Produkte an wie Nicorette. Die Präparate können sowohl zu einer schrittweisen Raucherentwöhnung als auch für einen sofortigen Rauchstopp eingesetzt werden, sie agieren ebenfalls als Nikotinersatzprodukte und enthalten daher den Wirkstoff Nicotin.

    Alle Präparate sind in unterschiedlichen Wirkstoffstärken erhältlich (Kaugummis: 2 und 4 Milligramm, Lutschtabletten: 1 und 2 Milligramm, 24-Stunden-Pflaster: 17,5, 35 und 52,5 Milligramm). Die Einnahme erfolgt je nach Raucherverhalten.

    Die Nebenwirkungen sind ähnlich wie bei den Produkten von Nicorette. Bei den 24-Stunden-Pflastern treten in häufigen Fällen Reaktionen an der Anwendungsstelle wie brennendes Gefühl, Schwellungen, Hautrötung, Juckreiz, Hautausschlag, Nesselsucht und Blasenbildung auf, die teilweise mehrere Wochen anhalten können.

    Darüber hinaus kann es zu Muskelschmerzen und Bewegungsstörungen kommen. In vielen Fällen treten außerdem Kopfschmerzen, Husten sowie Erkältungs- und grippeartige Krankheitsanzeichen auf.

    Raucherentwöhnung mit Nikofrenon

    Nikofrenon sind transdermale Pflaster, die eine langfristige Raucherentwöhnung bei starkem Zigarettenkonsum (mehr als 20 Zigaretten pro Tag) begünstigen sollen. Das Pflaster enthält wie die Konkurrenzprodukte Nicorette und Nicotinell den Wirkstoff Nicotin in unterschiedlicher Stärke (zwischen 17,5 Milligramm und 52,5 Milligramm).

    Die Pflaster werden am Morgen nach dem Aufstehen am Oberarm, an der Hüfte oder am Oberkörper aufgeklebt und dann für 24 Stunden dort belassen. Das nachfolgende Pflaster wird an einer anderen Stelle am Körper aufgebracht. Je nach Stärke des Tabakkonsums wird die Wirkstoffkonzentration gewählt.

    Die Nebenwirkungen unterscheiden sich nur unwesentlich von den Konkurrenzprodukten. Bei einer Überempfindlichkeit gegen Nikotin, schweren Hauterkrankungen, Herzrhythmusstörungen, nach einem Schlaganfall, bei Phenylketonurie, Schwangerschaft sowie während der Stillzeit dürfen keine Nikotinersatzprodukte eingenommen werden.

    Bei Herzinsuffizienz, Krämpfen der Blutgefäße, arteriellen Verschlusskrankheiten, Nieren- oder Leberschäden, Diabetes, Bluthochdruck sowie Schilddrüsenüberfunktion ist eine Einnahme nur in Absprache mit dem Arzt vorzunehmen.

    Möchten Sie mit dem Rauchen aufhören, können unsere Ärzte Ihnen sagen, ob eine medikamentöse Behandlung für Sie geeignet ist. Hierzu müssen Sie lediglich kostenlose fachärztliche Konsultation durchführen.

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    Grundsätzlich sind die Erfolgsaussichten der Raucherentwöhnung bei allen Präparaten verhältnismäßig schlecht, auch wenn die meisten Präparate eine langfristige Raucherentwöhnung begünstigen (siehe beispielsweise Stiftung Warentest 12/2015). Die Rückfallquoten (langfristig etwa 80 Prozent) sind jedoch alles in allem nach wie vor als sehr hoch einzustufen.

    Medikamentöse Therapiemöglichkeiten zur Raucherentwöhnung in tabellarischer Ansicht:

    Produkt Darreichungsform Aktiver Wirkstoff Häufigeste Nebenwirkungen Anwendung Einnahme Zeit
    Zyban Tablette Amfebutamon - Bauchschmerzen
    - Übelkeit
    - Kopfschmerzen
    - Mundtrockenheit
    - Schlafstörungen
    - Hautausschlag
    - Schwindel
    Geeignet zur permanenten Raucherentwöhnung 7-9 Wochen
    Champix Tablette Vareniclin - Übelkeit
    - Kopfschmerzen
    - Schlafstörungen
    Geeignet zur permanenten Raucherentwöhnung bis zu 12 Wochen
    Nicorette Kaugummis (erhältlich in verschiedenen Aromen) Kaugummi Nikotin
    (erhätlich in verschiedene Dosierungen)
    - Kopfschmerzen
    - Beschwerden im
       Magen/Darm
    - Übelkeit
    - Reizungen im
       Mund/Hals
    - Schmerzen in den
       Kaumuskeln
    Geeignet zur Erleichterung des Nikotinentzugs und zur Unterstützung der permanenten Raucherentwöhnung 1 Kaugummi pro Stunde maximum 16 Stück pro Tag
    Nicorette Lutschtabletten Lutschtabletten Nicotin 2mg - Übelkeit
    - Reizungen im
       Mund/Rachen und
      Zunge Magen/Darm
    - Husten
    - Schwindel
    - Kopfschmerzen
    Geeignet zur Erleichterung des Nikotinentzugs und zur Unterstützung der permanenten Raucherentwöhnung 8-12 Lutschtabletten am Tag für 6 Wochen
    Nicorette Pflaster transdermales
    Pflaster
    Nikotin
    (erhätlich in verschiedene Dosierungen)
    - lokale
       Hautreaktionen
       (Brennen oder
       Juckreiz)
    - Kopfschmerzen
    - Schwindel
    Geeignet zur Erleichterung des Nikotinentzugs und zur Unterstützung der permanenten Raucherentwöhnung bis zu 8 Wochen Täglich ein Pflaster
    Nicotinell Kaugummis
    (erhältlich in verschiedenen Aromen)
    Kaugummi Nikotin
    (erhätlich in verschiedene Dosierungen)
    - Kopfschmerzen
    - Hautreizungen
    - Juckreiz
    Geeignet zur Erleichterung des Nikotinentzugs und zur Unterstützung der permanenten Raucherentwöhnung  
    Nicotinell Lutschtabletten Lutschtabletten Nikotin
    (erhätlich in verschiedene Dosierungen)
    - Kopfschmerzen
    - Beschwerden im
       Magen/Darm
    - Übelkeit
    - Entzündungen im
    - Mund/Halds
    Geeignet zur Erleichterung des Nikotinentzugs und zur Unterstützung der permanenten Raucherentwöhnung 8-12 Lutschtabletten am Tag für 8 Wochen
    Nicotinell Pflaster transdermales
    Pflaster
    Nikotin
    (erhätlich in verschiedene Dosierungen)
    - Kopfschmerzen
    - Schwindel
    - Übelkeit
    Geeignet zur Erleichterung des Nikotinentzugs und zur Unterstützung der permanenten Raucherentwöhnung In 4 Wochen Abständen für 12 Wochen
    Nikofrenon 10,20 oder 30 transdermales
    Pflaster
    Nikotin
    (erhätlich in verschiedene Dosierungen)
    - Kopfschmerzen
    - Schwindel
    - Übelkeit
    Geeignet zur Unterstützung des Nikotinentzugs wenn mehr als 20 oder 30 Zigaretten am Tag geraucht werden bis zu 8 Wochen Täglich ein Pflaster

    Erfahren Sie mehr über die Raucherentwöhnung:

    Zwei Raucherentwöhnungsmethoden im Überblick+

    Die Raucherentwöhnung mit Hilfsmitteln+

    Vorteile der Raucherentwöhnung - so erholt sich der Körper+

    Psychosoziale Folgen der Nikotinsucht+



    Quellen:

    1. Medikamente bewertet. Stiftung Warentest. URL: test.de
    2. Nikotinersatz und andere Medikamente zur Raucherentwöhnung. Deutsches Krebsforschungszentrum. URL: dkfz.de

    Aktualisiert am: 8.01.2016