Was ist Koronare Herzkrankheit (KHK)?

Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist eine Herzerkrankung, die durch Verengung oder gar Verschlüsse der Blutgefäße, die das Herz mit sauerstoffreichem Blut beliefern, ausgelöst wird. KHK gilt als eine Folgeerkrankung von Bluthochdruck und zu hohem Cholesterin.

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Definition: Was ist eine KHK und wie entsteht sie?

Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist die häufigste Herzerkrankung der gesamten Weltbevölkerung. Sie wird auch als Ischämische Herzkrankheit bezeichnet. In Deutschland sind circa 6 Millionen Patienten betroffen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Häufigkeit der koronaren Herzkrankheit mit steigender Lebenserwartung weiter zunehmen wird.

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KHK betrifft vorrangig Menschen ab dem 50. Lebensjahr und gehört zu den meist notierten Todesursachen aller Industrieländer. Es handelt sich hierbei um eine Erkrankung des Herzens, die aufgrund von Verschlüssen und Engstellen in den Herzkranzgefäßen (Koronararterien) entsteht.

Koronare Herzkrankheit

Dieser Arterien gehören zu den Blutgefäßen, welche das Herz mit Energie liefernden Nährstoffen und sauerstoffreichem Blut versorgen. Vor allem bei körperlichen Belastungen wird der Bluttransport durch den Körper verringert und es treten typische Symptome der KHK auf.

Wie entsteht die Verkalkung von Koronararterien?

Eine Verkalkung von Herzkranzgefäßen entsteht durch die Ablagerung von arteriosklerotischem Plaques durch:

  • Cholesterin
  • gesättigte Fettsäuren
  • kalkartige Partikel

In einigen Fällen existieren bereits erste ernährungsbedingte Schädigungen aufgrund von:

Das menschliche Immunsystem erkennt die Plaques nicht als körpereigen an. Es folgen Entzündungsreaktionen und die Plaques wird zunehmend instabiler, da aktivierte Immunzellen ihrer Aufgabe nicht mehr nachkommen und in der selbigen absterben. Ablagerungen beginnen sich durch fortschreitende Zunahme zu öffnen. Der Inhalt gelangt in den Blutkreislauf und schließlich in die Herzkranzgefäße, wo er sich erneut ablagert.

Typische Symptome der KHK

Je nach Entwicklungsstadium der KHK treten unterschiedliche Symptome auf. Es wird in drei verschiedene Formen der Stadien der koronaren Herzkrankheit unterschieden.

latente KHK

Eine latente koronare Herzkrankheit ist von leichten bis mäßigen Verengungen der Herzkranzgefäße geprägt. Es liegt eine Koronarsklerose vor.

Obwohl diese Phase asymptomatisch ist, existiert bereits ein signifikantes Missverhältnis zwischen Sauerstoffangebot und -bedarf. Es lässt sich trotz fehlender Symptome eine verringerte Durchblutung des Herzmuskels nachweisen. Bei Diabetikern ist oft keine typische Symptomatik bemerkbar.

Stabile KHK

In diesem Stadium bemerken Betroffene typische KHK Symptome, die unter bestimmten Rahmenbedingungen auftreten. Meist bilden sie sich allein zurück beziehungsweise sind medikamentös behandelbar (stabile Angina Pectoris).

Angina Pectoris ist das Leitsymptom der koronaren Herzkrankheit dar. Betroffen bemerken hierbei ein Gefühl von Enge als auch Schmerz direkt hinter dem Brustbein. Vorrangig treten die Symptome bei Kälte, aber auch körperlicher Belastung auf. Andere Faktoren wie seelische Belastungen oder gehaltvolle Mahlzeiten können diese Symptome ebenso auslösen.

Die entstehenden Schmerzen weiten sich häufig auch auf den linken Arm beziehungsweise auf weitere Körperregionen wie Oberbauch, Kiefer oder Hals aus.

Weitere typische Symptome von KHK sind:

  • Luftnot (Kurzatmigkeit)
  • Schweißausbrüche
  • Herzrhythmusstörungen

Vereinzelt verspüren Betroffene hierbei Todesangst. Sobald Betroffene zur Ruhe kommen beziehungsweise sich wieder im Warmen aufhalten, gehen diese Symptome der Angina Pectoris wieder zurück.

Typische Symptome der Angina Pectoris variieren bezüglich ihrer Ausprägung in Häufigkeit, Intensität und Dauer. Sie stehen im engen Zusammenhang mit dem aktuellen Fortschreiten der KHK. Bei Patienten mit Niereninsuffizienz oder Diabetes mellitus bleibt der Brustschmerz auf. Dies gilt auch für Personen über 75 Jahre und herzoperiert. Hier gelten Atemnot, Schwindel, Übelkeit und Ausstrahlung des Schmerzes in den Bauchbereich als Warnsignale.

Instabile KHK und akutes Koronarsyndrom

Ähnliche Symptome der Angina Pectoris treten auch hier auf. Sie sind jedoch bedeutend stärker und unvorhersehbar (instabile Angina Pectoris). Diese Ausprägung kann nicht in jedem Fall medikamentös eingestellt werden.

Infolge dessen führt die koronare Herzkrankheit zu einer verminderten Belastbarkeit von Betroffenen und verursacht eine Leistungsminderung. Je nach Ausprägung beeinflusst diese die Lebensqualität. Im Einzelfall können Patienten alltägliche Aufgaben nicht mehr ausreichend stark erfüllen.

Gleichzeitig kann sich das Krankheitsbild weiter verschlechtern und zum lebensgefährlichen Stadium der KHK werden. Das sogenannte akute Koronarsyndrom ist durch drei Erscheinungsformen geprägt:

  1. Instabile Angina Pectoris
    zeichnet sich durch eine fehlenden Erhöhungen der Herzenzyme (Creatinkinase-MB, Troponin) im Blut aus. EKG-Ergebnisse weisen keine Veränderungen auf, die Hinweis auf einen Herzinfarkt gemen.
  2. Nicht-ST-Hebungsinfarkt (NSTEMI, akuter Herzinfarkt)
    weist keine Veränderungen des EKGs auf, jedoch sind Herzenzyme, die auf mögliche Herzerkrankungen sowie einen Infarkt hinweisen, im Blut nachweisbar.
  3. ST-Strecken-Hebungsinfarkt (STEMI, akuter Herzinfarkt)
    äußert sich durch typische Veränderungen des EKGs sowie nachweisbaren Herzenzymwerten im Blut

Als Folgeerscheinungen dieser Merkmale treten auf:

  • Herzinsuffizienz (Herzschwäche) aufgrund eines Herzinfarktes
  • Herzrhythmusschwäche aufgrund einer Herzinfarktnarbe oder koronare Durchblutungsstörungen
  • plötzlicher Herztod

Risikofaktoren für die Entstehung einer KHK

Die Ausbildung von KHK wird durch zahlreiche Risikofaktoren begünstigt. Besonders gefährdet sich Frauen über 55 Jahre und Männer über 45 Jahre. Der vorhergegangene Lebensstil spielt hierbei eine besonders große Rolle. Ungesunde, fettreiche Ernährung, Bewegungsmangel und Rauchen erhöht das Risiko an Erkrankungen wie Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Fettstoffwechsel- sowie Glukosetoleranzstörungen. Als Folgeerkrankung dieser kann wiederum eine KHK entstehen.

Risikofaktoren von koronarer Herzkrankheit

Nicht außer Acht zu lassen, ist die familiäre Veranlagung. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn im familiären Umfeld bereits Fälle von KHK bis hin zum Herzinfarkt aufgetreten sind, sollten allfällige Risikofaktoren weitgehend vermieden werden und ein besonderes Augenmerk auf einen gesunden, ausgeglichenen Lebensstil gelegt werden.

Die Diagnose von KHK

Aufgrund der oben beschriebenen Risikofaktoren für die koronare Herzkrankheit beginnt die Diagnose mit einem intensiven Gespräch. Neben den Risiken werden hierbei auch auftretende Beschwerden dokumentiert. Zudem erfolgt eine Einschätzung der physischen Belastbarkeit des Patienten.

Danach folgt ein körperlicher Check mit dem Fokus auf Beine, Lunge und Herz. Als mögliche Anzeichen für eine KHK gelten beispielsweise:

  • Herzfehlbildungen wie Aortenklappen Stenose
  • rasselnde Atmung aufgrund einer pulmonalen Stauung
  • Herzinsuffizienz

Um eine korrekte Diagnose erstellen zu können, werden zudem Gewicht, Puls, Blutdruck und der Gefäßstatus festgestellt. Berichtet der Patient von Beschwerden, die auf eine mögliche Angina Pectoris hinweisen, misst der Arzt außerdem die Herzfrequenz.

Welche Laborwerte eignen sich zur Diagnose von KHK?

Folgende Werte werden bei Verdacht auf eine koronare Herzkrankheit im Rahmen der Erstuntersuchung erfasst:

  • Blutbild
  • Cholesterinwerte (HDL, LDL)
  • Elektrolyse
  • Gesamtcholesterin
  • Harnbefund (wegen möglicher Albuminurie)
  • Kreatinin
  • Nüchternblutzucker
  • Triglyzeride

Was genau beinhaltet eine weiterführende Diagnostik der KHK?

Im Einzelfall folgen weitere Untersuchungen wie beispielsweise:

  • Belastungs-Echokardiogramm
  • Computertomografie (CT)
  • Echokardiogramm (Ultraschall des Herzens)
  • Ergometrie (EKG bei Belastung als auch bei Ruhe)
  • Koronarangiografie
  • Szintigrafie

Grundsätzlich hängt die Wahl möglicher weiterführenden Diagnosemethoden von der Wahrscheinlichkeit einer koronaren Herzkrankheit ab. Diese ergibt sich aus verschiedenen Faktoren wie Geschlecht, Alter, Risiken als auch Symptomatik.

Die Behandlung von KHK

Therapiemaßnahmen bei diagnostizierter KHK beruhen vorrangig auf zwei Grundelementen. Einerseits können Medikamente die Behandlung unterstützen. Auf der anderen Seite sind spezifische nicht medikamentöse Maßnahmen, vor allem auch seitens des Patienten notwendig.

Die medikamentöse Behandlung von KHK

Die vordergründigen Ziele einer medikamentösen Therapie von KHK sind die Linderung der Symptome und die positive Beeinflussung des weiteren Krankheitsverlaufs . Hierfür stehen verschiedene Wirkstoffgruppen zur Verfügung:

Typische Symptome der Angina Pectoris können mit Nitraten oder Kalziumkanalblockern (Kalziumantagonisten ) gelindert werden. Zudem empfiehlt sich die Grippeschutzimpfung bei betroffenen Patienten.

In akuten Fällen kann eine Bypass-Operation zur Besserung der KHK führen. Manchmal ist eine perkutane Koronarintervention (PCI) notwendig.

KHK ohne Medikamente behandeln

Sekundärpräventive Maßnahmen zielen darauf ab, weitere Folgeerkrankungen zu vermeiden, als auch die aktuellen Symptome der KHK zu lindern. Im Vordergrund steht dabei eine gesunde Lebensweise. Die einzelnen Bestandteile gleichen dem primärpräventiven Vorgehen, durch welches die Entstehung der koronaren Herzkrankheit verhindert wird.

Kann einer KHK vorgebeugt werden?

Um einer möglichen Entstehung von KHK vorzubeugen, können primärpräventive Maßnahmen für eine Verbesserung der allgemeinen Herzgesundheit ergriffen werden. Ein gesunder Lebensstil, ausreichend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung sind hierfür Grundvoraussetzung.

Sportarten, die die Herzgesundheit positiv beeinflussen sind beispielsweise Schwimmen, Laufen oder Rad fahren. Idealerweise sollte Stress vermieden werden, dies ist den meisten Menschen nicht vollständig möglich, also sollte Stress mittels Yoga, Entspannungsübungen oder autogenem Training adäquat verarbeitet bzw. abgebaut werden.

Leiden Sie an Bluthochdruck oder zu hohem Cholesterin, können unsere Ärzte Ihnen sagen, ob eine medikamentöse Behandlung für Sie geeignet ist. Hierzu müssen Sie lediglich die kostenlose ärztliche Konsultation durchführen.

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Bei bestehendem Übergewicht, sollte eine Gewichtsreduktion gezielt angestrebt werden. Außerdem empfiehlt sich eine Raucherentwöhnung, die zahlreiche gesundheitliche Schäden minimieren oder gar verhindern kann.

Zusätzlich sollten Personen ab 35 Jahre den Gesundheitscheck beim Hausarzt aller zwei Jahre wahrnehmen. Hierbei können typische Risiken, wie z.B. Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder ein erhöhter Cholesterinspiegel, für KHK diagnostiziert werden.

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Quellen: