Herzkreislauf

Salz - Ehre und Ächtung eines Lebensmittels

Neue Studien haben ergeben, dass Salz keineswegs so schlecht ist, wie bisher angenommen.

Das sogenannte "weiße Gold der Erde" war einst ein hochgeschätztes Zahlungsmittel und wurde als solches in vielen Kulturen anerkannt. Der Lohn römischer Legionäre wurde durch den Erhalt einer Salzration beachtlich aufgewertet. Der Wert stieg mit der Entfernung zu den Salzgewinnungsstätten und es entbrannten sogar kriegerische Auseinandersetzungen um das einst wertvolle Gut. Aber auch als Konservierungsmittel wurde es hoch geschätzt, denn mit gesalzenem Fleisch oder Fisch machte die wichtige Vorratshaltung einen entscheidenden Entwicklungsschritt und wird zum Teil bis heute praktiziert.

Gesellschaftlicher Abstieg

So wurden über viele Jahrhunderte hinweg salzhaltige Lebensmittel genossen, ohne einen Beweis zu liefern, dass die damalige Bevölkerung deswegen gesundheitlichen Einschränkungen ausgesetzt war. Allerdings wurden die Stimmen gegen dieses edle Gewürz immer lauter. Es wurde propagiert, dass es negativ auf den Organismus einwirke und zur Zivilisationskrankheit Hypertonie, dem Bluthochdruck, führe. Sobald die Diagnose gestellt wurde, sollte der Patient auf eine salzarme Ernährung achten. Neben der medikamentösen Behandlung sollte die Umstellung der Lebensweise den Bluthochdruck senken können. Die Betroffenen fügten sich dem Schicksal und nahmen fad schmeckende Mahlzeiten zu sich, die zudem nicht in dem Maße zum Behandlungserfolg führten, wie angenommen wurde. In Studien ergab sich, dass im Schnitt die Senkung lediglich um 1,27 mmHg beim diastolischen und um 0,5 mmHg beim systolischen Wert zurückging. Ein derart unbefriedigendes Ergebnis ließ den Patienten nicht nur verzweifeln. Der Glaube an eine gesundheitsfördernde salzarme Ernährung sank schneller als der Bluthochdruck.

Rehabilitation

Zwischenzeitlich konnten langjährige Studien erfolgen, die zu dem verblüffenden Ergebnis führten, dass sich mit dem Verzicht auf Salz nicht der Bluthochdruck senken ließ. Es stellte sich heraus, dass Patienten mit einer normal salzigen Ernährung wesentlich seltener von den Risiken eines plötzlichen Herztodes betroffen waren. Die Anzahl der Verstorbenen durch Herzversagen und auch die Häufigkeit der Klinikaufenthalte fielen bei der Patientengruppe mit einer salzreduzierten Ernährung deutlich höher aus. Salz dient nicht nur als Würzmittel, sondern ist ein wichtiger Bestandteil der Mineralstoffe, die den Organismus versorgen und erst zur vollen Funktionalität verhelfen. Dabei kann der Wasserhaushalt des Körpers aus dem Gleichgewicht geraten, was unter Umständen zu einer Beeinträchtigung von lebenswichtigen Funktionen führt. Wie wichtig der Wasserhaushalt ist, zeigt sich bei älteren Patienten mit dem Verdacht auf Demenz. In vielen Fällen basiert die Verwirrtheit auf eine Austrocknung, die durch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr völlig behoben kann. Mit einer täglichen Zufuhr von 2-3 Gramm, bei körperlicher Betätigung sogar 5-6 Gramm, bleibt der Körper ausreichend versorgt und somit gesund.

Dank der neuen Studien können Sie also weiterhin etwas Salz genießen, auch bei Bluthochdruck müssen Sie keinesfalls darauf verzichten!

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