Diabetes Früherkennung und Diagnostik


Diabetes mellitus Typ 2 ist eine Erkrankung, die weltweit an Bedeutung zunimmt und stark gesellschaftsabhängig ist. Mit dem Ausmaß der Überernährung und der verminderter körperlichen Aktivität steigt die Anzahl der Typ-2-Diabetiker in einer Bevölkerung.

Hinzu kommt eine altersabhängige Komponente: Während der Bevölkerungsanteil unter 50 Jahren in Deutschland nur zwei bis drei Prozent Typ-2-Diabetiker einschließt, sind es im Alter über 70 Jahre bereits bis zu 22 %; es ist also mehr als jeder Fünfte betroffen. Insgesamt liegt die Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein Mensch in Deutschland innerhalb seines Lebens an Diabetes mellitus erkrankt, bei etwa 30 %.

Obwohl Diabetes häufig ist, ist die Zahl nicht diagnostizierter Fälle sehr hoch und es vergehen bis zu zwölf Jahre, bis die Erkrankung festgestellt und behandelt wird. Aus diesem Grund gehört die Diabetes-Früherkennung zu den aktuellen Themen der Gesundheitspolitik, zu deren Zielen nicht nur die Verbesserung von Screening-Methoden, sondern auch die Prävention gehört.


Inhaltsverzeichnis

  1. Erste Anzeichen von Diabetes mellitus
  2. Risikofaktoren für Diabetes mellitus Typ 2
  3. Früherkennung von Diabetes mellitus
  4. Diagnose von Diabetes mellitus

Erste Anzeichen von Diabetes mellitus

Ein Diabetes mellitus Typ 2 macht sich im Gegensatz zum Typ 1 schleichend bemerkbar. Der Annahme nach wird ein Typ 2 Diabetes darum rund zehn Jahre verspätet erkannt. Die Symptome sind vielfältig und unspezifisch, können zum Beispiel mit einem gesteigerten Durstgefühl, nächtlichem Wasserlassen (infolge vermehrter Flüssigkeitsaufnahme), gesteigertem Appetit insbesondere nach dem Essen, Mundtrockenheit, Müdigkeit, Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit und allgemeinem Unwohlsein beginnen.

Anzeichen für eine Zuckerkrankheit

Aus diesem Grund fällt ein Diabetes Typ 2 zumeist erst auf, wenn im Urintest erhöhte Zuckerwerte und bei Routineuntersuchungen ein erhöhter Blutzucker auffallen, die dem Patienten aber zumeist keine Beschwerden machen. Gelegentliche Sehstörungen, die sich einstellen, wenn die Augenlinsen infolge der osmotisch wirksamen Glukose aufquellen, werden vom Betroffenen selbst meist nicht mit einem Diabetes in Verbindung gebracht.

In Folge der ständig erhöhten Blutzuckerwerte wird die Haut von Diabetikern geschädigt, sodass es häufiger zu Infektionen mit Pilzen und Bakterien, die darüber hinaus Zucker als Nahrung nutzen, kommen kann. Oftmals besteht zusätzlich Juckreiz, insbesondere im Genital- und Analbereich. Die Gesichtshaut eines Diabetikers kann gerötet erscheinen (Rubeosis diabetica).

Das Auftreten von Potenzstörungen beziehungsweise das Ausbleiben der Regelblutung ist bei Diabetes ebenfalls möglich. Das typische Frühsymptom stellt die Mikroalbuminurie dar. Darunter versteht man das Übertreten des Blutproteins Albumin in den Harn mit einer Menge von 30 bis 300 mg Albumin innerhalb von 24 Stunden oder eine Menge von 20 bis 200 mg Albumin pro Liter Harn im Spontanurin.

Allerdings hat die Mikroalbuminurie eine ausgeprägte Schwankungsbreite von rund 40 %, sodass ein Befund zumeist erst dann als positiv gilt, wenn zwei von drei Labortests eine Mikroalbuminurie bestätigen. Es ist anzumerken, dass auch andere Zustände die Ausscheidung von Albumin vorrübergehend erhöhen können, wie zum Beispiel Erkrankungen mit Fieber, starke körperliche Anstrengungen, Blutdruckentgleisungen sowie Infektionen der Harnwege.

Risikofaktoren für Diabetes mellitus Typ 2

Es sind diverse Risikofaktoren bekannt, von denen nicht alle vom Patienten beeinflusst werden können. Den bedeutendsten Risikofaktor stellt aber die Überernährung in Zusammenhang mit Übergewicht und Bewegungsmangel dar. Bis zu 70 % der Typ-2-Diabetes-Fälle könnten über eine Veränderung des Lebensstils hinausgezögert oder sogar verhindert werden.

Übergewicht und Bewegungsmangel trägt zur Diabetes-Entstehung bei

Eine gestörte Glucosetoleranz, die oftmals Vorläufer des Diabetes mellitus Typ 2 ist, ist bereits Teil des sogenannten "metabolischen Syndroms". Unter dem metabolischen Syndrom, das auch als "Wohlstandssyndrom" bezeichnet wird, wird ein gehäuftes Zusammentreffen von vier Risikofaktoren verstanden: Neben der gestörten Glucosetoleranz gehören dazu eine stammbetonte Fettleibigkeit (erhöhter Taillenumfang), Dyslipoproteinämie (erhöhte Triglyzeride und verringertes HDL-Cholesterin im Blut) und Bluthochdruck.

Die oftmals entscheidenden Risikofaktoren sind Übergewicht durch übermäßige Nahrungsaufnahme in Kombination mit Bewegungsmangel. Das bedeutet aber nicht, dass alle Menschen mit Übergewicht einen Diabetes mellitus Typ 2 entwickeln oder Normalgewicht dessen Entwicklung verhindern kann. Sowohl die amerikanische DPP-Studie als auch die DPS-Studie aus Finnland zeigten, dass weniger als jeder dritte Risikopatient trotz Gewichtsabnahme und Anpassung des Lebensstils von den präventiven Maßnahmen profitierte. Weitere Studien belegen, dass Übergewicht und Bewegungsmangel ein großer, aber nicht zwangsläufig ausschlaggebender Risikofaktor sind. Dennoch sind etwa 80 % der Typ-2-Diabetiker übergewichtig.

Risiken für eine Zuckerkrankheit

Stressfaktoren fördern die Entstehung von Diabetes

Es sind weitere Risikofaktoren bekannt, die sich durch den Patienten weniger beeinflussen lassen, insbesondere handelt es sich bei diesen um Stressfaktoren wie Infektionen, Traumen, Operationen, Schlaganfälle und Herzinfarkte. Des Weiteren gibt es Stoffwechselkrankheiten und Medikamente, die die Entwicklung eines Diabetes mellitus fördern, jedoch zählt ein Diabetes in Folge dieser Risikofaktoren zum Diabetes mellitus Typ 3.

Erbliche Komponenten erhöhen das Diabetes-Risiko

Kinder von einem Elternteil mit Typ 2 Diabetes haben ein Risiko von 50 %, später ebenfalls einen Diabetes mellitus zu entwickeln. Bei eineiigen Zwillingen beträgt das Risiko sogar 100 % - erkrankt der eine Zwilling, trifft es auch den anderen. Dabei können aber nicht allein die Gene für die Krankheit verantwortlich gemacht werden. Es liegt vielmehr eine ungünstige Kombination biologischer und psycho-sozialer Faktoren vor.

Kindern schauen sich zumeist das Ernährungs- und Aktivitätsverhalten von den Eltern ab und machen dieselben Fehler, die zur Entwicklung eines Diabetes mellitus beitragen. Belegend für eine nicht ausschließlich genetische Weitergabe der Erkrankung ist das Ergebnis einer Metaanalyse: Das Risiko für den Ehegatten eines Diabetikers beträgt unabhängig von Alter, Gewicht, Dauer der Partnerschaft und sozioökonomischem Status 26 %. Krankheitsfördernde Verhaltensweisen können sich im sozialen Umfeld verbreiten.

Die Wohnsituation hat Einfluss auf die Entstehung der Diabetes-Erkrankung

Derzeit wird vermutet, dass das Auftreten von Diabetes Typ 2 in Zusammenhang steht mit dem Wohnort. Demnach fördern ein einfacher Zugriff auf Fast-Food-Angebote, wenige Grünflächen und strukturelle Benachteiligung die Entstehung der Erkrankung. Der Kausalzusammenhang ist naheliegend: Wenig Platz zum Spielen für Kinder und Jugendliche in Kombination mit ungesunder, stark Fett- und/oder Zucker-haltiger Ernährung prädisponiert für einen Diabetes mellitus Typ 2. Schließlich bedarf es auch einer adäquaten Anbindung an einen Hausarzt, um Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen ergreifen zu können, die in Gebieten mit nachteiliger Struktur nicht unbedingt gegeben ist.

Früherkennung von Diabetes mellitus

Obwohl eine frühe Diagnose den Krankheitsverlauf dramatisch verbessern kann, wird die Anzahl nicht diagnostizierter Diabetes-Fälle in der West-Pazifik Region auf 73,8 Millionen geschätzt. Weltweit bestehen zahlreiche Präventionspläne, deren Umsetzung gestaltet sich jedoch als schwierig. Deshalb ist es neben dem Verfolgen weiterer Präventionsstrategien unbedingt empfehlenswert, in angemessenen Zeitabständen Untersuchungen zur Früherkennung wahrzunehmen.

Derzeit sind auch vermehrt Modelle für ein Typ-1-Diabetes-Screening in der Entwicklung: Es handelt sich unter anderem um Antikörper-Aufspür-Tests, da Typ 1 Diabetes entweder autoimmun oder idiopathisch (ohne konkret benennbare Ursache) auftritt. Ein Diabetes mellitus Typ 1 zeigt bei seiner Manifestation oft schwere Symptome wie Bewusstseinseintrübung bis hin zum Coma diabeticum (ketoazidotische Stoffwechselentgleisung), starkem Gewichtsverlust und ausgeprägter Reduzierung des Allgemeinzustands.

Ein frühes Erkennen von Typ 1 Diabetes könnte das Auftreten einer Erstmanifestation mit schweren und sogar lebensbedrohlichen Symptomen reduzieren. Bekannte spezifische Autoantikörper in der Testung bei Diabetes mellitus Typ 1 sind vor allem Anti-GAD-Antikörper (gegen Glutamatdecarboxylase), Anti-IA-2-Antikörper (gegen Tyrosinphosphatase 2) und zytoplasmatische Inselzell-Antikörper (gegen Ganglioside).

Warum werden Untersuchungen zur Früherkennung empfohlen?

Diabetes mellitus Typ 2 macht in den ersten Jahren der Erkrankung wenige oder sogar keine Beschwerden, allerdings sind die Folgeerkrankungen schwerwiegend: Diabetes mellitus ist die häufigste Ursache für ein dialysepflichtiges Nierenversagen und zu rund 30 % Ursache des Erblindens. Des Weiteren besteht ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die auch Herzinfarkte und Schlaganfälle einschließen.

Durch Schädigungen von Gefäßen und Nerven kommt es im Rahmen des Diabetes zum Diabetischen Fußsyndrom, das in einer Amputation der Gliedmaße enden kann. Für die Gesellschaft ist Diabetes ein großer Kostenpunkt, der durch frühzeitige Erkennung der Krankheit gemindert werden könnte. Lange unklar war es, ob eine Früherkennung für den Betroffenen selbst Vorteile bringt.

Mittlerweile sind Vorteile durch Studien belegt: Durch Screening-Untersuchungen konnte die Rate an Komplikationen des Diabetes um 13 % gesenkt werden. Darüber hinaus betrug der Verlust an Lebensjahren bei durch Screening diagnostizierten Diabetikern 1,96 Jahre, wohingegen es in der Kontrollgruppe, bei denen der Diabetes in Routineuntersuchungen auffällig wurde, 3,42 Jahre waren. Weitere Studien legen nahe, dass eine frühe Diagnosestellung ein besseres Outcome nach sich zieht: Die Folgeerkrankungen sind geringer ausgeprägt und die Mortalität wird gesenkt.

Darüber hinaus sind die Untersuchungen zur Früherkennung eines Diabetes sehr sicher und haben ein sehr geringeres Risiko, dem Patienten zu schaden. Allerdings besteht die Möglichkeit eines falsch positiven Testergebnisses, sodass eine antidiabetische Therapie eingeleitet wird, ohne dass ein Diabetes vorliegt.

Da Medikamente Teil der Behandlung sein können, besteht das Risiko der Nebenwirkungen. Zusätzlich kann die Diagnose des Diabetes für den Betroffenen als belastend empfunden werden. Nach derzeitiger Studienlage ist jedoch davon auszugehen, dass das Auftreten von Angststörungen und Depressionen sowie anderer psychischer Erkrankungen in Zusammenhang mit der Diagnosestellung des Diabetes nicht höher als bei der Allgemeinbevölkerung ist.

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Ab welchem Lebensalter ist eine Untersuchung zur Früherkennung sinnvoll?

Für Menschen ohne Risikofaktoren empfiehlt es sich, ab dem 45. Lebensjahr alle drei Jahre den Nüchtern-Blutzucker bestimmen zu lassen. Bei Risikogruppen ist die Nüchtern-Blutzucker-Bestimmung bereits früher angezeigt. Wann begonnen werden sollte, ist vom Risikoprofil des Betroffenen abhängig und sollte mit dem Hausarzt besprochen werden. Risikogruppen umfassen Patienten mit Übergewicht, Bluthochdruck, Dyslipoproteinämie, positiver Familienanamnese (Verwandte ersten Grades mit Diabetes mellitus Typ 2), Frauen nach Geburt eines Kindes mit einem Geburtsgewicht über 4500 g oder nach einem Schwangerschaftsdiabetes sowie Patienten mit bereits gestörter Glukosetoleranz. Die Kosten für eine Routineuntersuchung werden von den Kassen ab dem 35. Lebensjahr für Blutzucker und Cholesterin übernommen und können alle zwei Jahre in Anspruch genommen werden.

Wie läuft eine Untersuchung zur Früherkennung ab?

Die Untersuchung zur Früherkennung wird üblicherweise vom Hausarzt durchgeführt. Sie beinhaltet die Erhebung der Krankengeschichte mit Fokus auf Risikofaktoren, eine venöse Blutentnahme sowie gegebenenfalls einen Urintest. Für die Bestimmung des Nüchtern-Blutzuckers darf der Patient vor der Blutentnahme mindestens acht Stunden lang nichts gegessen haben und sollte keine Getränke außer Wasser zu sich genommen haben.

Wenn Blutfette bestimmt werden sollen, was für ein Screening auf weitere Risikofaktoren durchaus sinnvoll ist, sollte am Morgen vor der Blutentnahme nicht geraucht werden.

Diagnose von Diabetes mellitus

Von zentraler Bedeutung für die Diagnose des Diabetes mellitus ist die Bestimmung des Nüchtern-Blutzuckers. Zusätzlich sollte der HbA1c-Wert mitbestimmt werden, der Aufschluss über die Blutzuckerkonzentration der letzten zwei bis drei Monate gibt. Meistens wird ein Diabetes jedoch über einen Urintest auffällig.

Nüchtern-Plasma-Glukose zur Blutzuckermessung

Der Nüchtern-Blutzucker beschreibt die Menge Glukose in einer bestimmten Menge Blutplasma. Eine gewisse Menge Zucker muss immer im Blut vorhanden sein, um die Ernährung der Organe zu gewährleisten. Das Gehirn verbrennt vorzugsweise Zucker, um zu arbeiten, und ist daher auf eine kontinuierliche Versorgung über das Blut angewiesen.

Darum kommt es zu Beschwerden, wenn eine "Unterzuckerung" (Hypoglykämie) üblicherweise mit Werten unter 60 mg/dl auftritt. Allerdings ist eine übermäßige Anreicherung des Blutes mit Zucker auch schädlich: Eine Hyperglykämie schädigt die Gefäße und Nerven und verursacht die Folgeerkrankungen des Diabetes wie Schädigung der Augen, Nieren und Hautsensibilität. Darum reguliert der gesunde menschliche Körper den Blutzucker in bestimmten Grenzen.

Vergleichbar sind insbesondere die Nüchtern-Blutzuckerwerte, die aus diesem Grund zum Screening auf Diabetes herangezogen werden können. Vor Bestimmung des Nüchtern-Blutzuckers muss der Patient mindestens acht Stunden lang nüchtern sein. Beim Gesunden ist der Nüchtern-Plasma-Glukosewert kleiner als 100 mg/dl (< 5,6 mmol/l). Sobald der Grenzwert von 126 mg/dl (7 mmol/l) überschritten ist, liegt ein Diabetes vor.

Zwischen diesen beiden Werten ist die Rede von einer "Abnormen Nüchternglukose", die abgeklärt werden sollte, falls sie rezidivierend auftritt. Vorrübergehende Erhöhungen der Nüchternglukose können nach Herzinfarkt, Schlaganfall, Entzündungen, erhöhtem Hirndruck und bei Gabe von Thiazidsaluretika auftreten. Ursächlich ist die Produktion von Stresshormonen im Körper, die unter anderem dafür sorgen, dass Zucker ins Blut bereitgestellt wird.

HbA1c verschafft einen Überblick über die Blutzuckerwerte der letzten Monate

Der HbA1c beschreibt einen Prozentwert. Erfasst wird der Anteil von roten Blutkörperchen, der durch den Zucker im Blut chemisch verändert ist. Da rote Blutkörperchen etwa 120 Tage leben, verschafft der HbA1c einen guten Überblick über die Blutzuckerwerte der letzten zwei bis drei Monate.

Ein HbA1c unter 5,7 % schließt einen Diabetes mellitus aus, ein Wert über 6,5 % bestätigt die Erkrankung. Werte zwischen 5,7 % und 6,4 % bedürfen einer Abklärung mittels Bestimmung der Nüchtern-Glukose oder Durchführung eines oralen Glukosetoleranztests (OGTT).

Zucker und Eiweiß im Urin weist auf eine Diabetes-Erkrankung hin

Während die Screening-Untersuchungen auf den Nüchtern-Blutzucker setzen, wird ein manifester Diabetes meist über einen Urintest festgestellt. Dabei lassen sich im Harn Zucker, Ketonkörper und Eiweiße finden. Zucker im Harn (Glukosurie) entsteht, wenn die sogenannte Nierenschwelle von 150 - 180 mg/dl (8,3 - 10 mmol/l) im Blut überschritten ist. Oberhalb dieser Werte gelingt es der Niere nicht mehr, den Zucker aus dem Harn herauszufiltern, weil alle Zucker-Transporter bereits voll ausgelastet sind.

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Ketonkörper sind Nebenprodukte der Fettverbrennung, die dann anfallen, wenn ein Mangel an Kohlenhydraten besteht. Beim Diabetes mellitus ist das Blut zwar angereichert mit Zucker, aber durch den Mangel an Insulin kann der Zucker nicht in die Zellen aufgenommen werden, sodass ein relativer Kohlenhydratmangel besteht.

Eiweiß im Urin entsteht, wenn die Filterfunktion der Nieren eingeschränkt ist. Dann gelangt vor allem Albumin, das Plasma-Eiweiß, in den Harn. Je nach Menge des Eiweißes unterscheidet man zwischen Mikroalbuminurie und Makroalbuminurie. Typisch für den Diabetes mellitus mit beginnender Nierenschädigung (diabetischer Nephropathie) ist die Mikroalbuminurie mit 30 bis 300 mg Albumin im 24-Stunden-Sammelurin beziehungsweise 20 bis 200 mg Albumin pro Liter Urin im Spontanurin.

Der orale Glukosetoleranztest (OGTT) verschafft Klarheit

Der Nüchtern-Blutzucker ist der entscheidende Test für die Feststellung eines Diabetes mellitus und dabei genauso aussagekräftig wie der früher häufig durchgeführte und aufwändigere orale Glukosetoleranztest. Der orale Glukosetoleranztest wird für die klinische Routine nicht mehr empfohlen und ist vergleichsweise zeit- und kostenintensiv. Der OGTT kommt hauptsächlich bei unklaren Fällen zum Einsatz und ist Standard beim Screening auf Schwangerschaftsdiabetes bei allen Schwangeren in der 24. bis 28. Woche.

Die Auswertung des Tests gliedert sich ähnlich wie die Beurteilung der Nüchtern-Plasma-Glukose in "gesund", "gestörte Glukosetoleranz/Prädiabetes" und "Diabetes". Für den oralen Glukosetoleranztest wird zunächst die Nüchtern-Plasma-Glukose nach mindestens acht Stunden Nahrungskarenz bestimmt, danach werden 75 g Glukose eingenommen. Zwei Stunden nach der Glukose-Einnahme wird erneut der Blutzuckerwert bestimmt.

Gesunde Menschen haben einen Wert unter 140 mg/dl (7,8 mmol/l). Ein Diabetes liegt vor, wenn der Wert von 200 mg/dl (11,1 mmol/l) überschritten ist. Die dazwischen liegenden Werte belegen eine "Pathologische Glukosetoleranz", deren weiterer Verlauf beobachtet werden sollte.

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