Die Sorge, nach einer Raucherentwöhnung an Gewicht zuzulegen, hält nicht nur viele Frauen, sondern auch Männer davon ab, einen gesünderen Lebensstil zu verfolgen. Dabei müsste ein Raucher durchschnittlich 30 kg zunehmen, um sein Herz im gleichen Maß wie durch das Tabakrauchen zu belasten. Darüber hinaus sinkt das Krebsrisiko, insbesondere für Lungenkrebs, mit der Dauer der Abstinenz.

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Champix stoppt das Rauchen
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Champix

  • Raucherentwöhnung ohne Nikotin
  • Erfolgsquote von 40 Prozent
  • Enthält den Wirkstoff Vareniclin

Warum kommt es zu einer Gewichtszunahme nach dem Rauchstopp?

Bezüglich der Gewichtszunahme existieren unterschiedliche Theorien. Einerseits wird die Drosselung des Stoffwechsels diskutiert. So wird geschätzt, dass ein starker Raucher (Konsum von 24 Zigaretten pro Tag), rund 200 Kilokalorien am Tag mehr verbrennt. Allein durch unveränderte Nahrungsaufnahme könnte so rein rechnerisch ein Kilogramm Fett (entspricht etwa 7000 Kilokalorien) innerhalb von 35 Tagen zugenommen werden.

Des Weiteren wirkt Nikotin als Appetitzügler, sodass der Wegfall der Droge zu stärkerem Hungergefühl führen kann. Zudem sind Veränderungen in der Fettverteilung möglich, da Nikotin die Lipolyse, also die Verbrennung von Fett, fördert.

Gewicht nach Rauchstopp

Eine weitere Ursache liegt höchstwahrscheinlich darin, dass nach dem Rauchstopp nach einer Ersatzbefriedigung gesucht wird. Ein Raucher ist die orale Stimulierung beim Zigarettenrauchen gewohnt und könnte Snacks als neue Belohnungseinheiten, die ebenfalls über orale Stimulierung wirken, einsetzen. Darüber hinaus bessern sich Geschmacks- und Geruchssinn nach dem Rauchstopp, sodass Essen besser schmeckt als zuvor.

Außerdem wird eine veränderte Darmflora diskutiert: Proteobacteria und Bacteroides Spezies scheinen nach dem Rauchstopp einen geringeren Prozentsatz der Darmbakterien auszumachen, wohingegen Firmicutes Spezies und Actinobakterien vermehrt vorkommen. Eine höhere Vielfalt der Arten von Darmbakterien nach einem Rauchstopp wird angenommen.

Wie viel Gewicht wird durchschnittlich zugenommen?

Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums legen Menschen zwischen vier und fünf Kilogramm innerhalb von einem bis zwei Jahren nach dem Rauchstopp zu. Frauen nehmen tendenziell mehr zu als Männer. Wenige (13 Prozent der Frauen und zehn Prozent der Männer) nehmen mehr als 13 Kilogramm nach dem Nikotinverzicht zu. Manche halten ihr Gewicht und etwa 16 Prozent nehmen sogar ein wenig ab. Außerdem muss beachtet werden, dass auch Nie-Raucher und Menschen, die weiter rauchen, innerhalb einer Zeitspanne zunehmen können.

Was sind die Risikofaktoren für eine Gewichtszunahme nach dem Rauchstopp?

Besonders gefährdet für eine Gewichtszunahme nach dem Rauchstopp sind Singles über 55 Jahre, die einer niedrigen sozialen Schicht angehören. Mit der Anzahl der täglich gerauchten Zigaretten steigt das Risiko für eine Gewichtszunahme. Zusätzlich erhöht sich das Risiko, wenn bereits zuvor eine ungesunde Ernährungsweise praktiziert wurde.

Wer zudem das Zigarettenrauchen als Ritual für das Beenden einer Mahlzeit eingesetzt hat, wird wahrscheinlich nach dem Rauchstopp mehr essen, obwohl kein Hungergefühl mehr besteht, aus dem Grund, dass das gewohnte Ritual wegfällt. Außerdem dürfen Risikofaktoren aufgrund von genetischer Veranlagung angenommen werden.

Probleme von Studien zur Gewichtszunahme nach Rauchstopp

Obwohl durchaus ausreichend Studien vorliegen, die sich mit der Thematik auseinandersetzen, ist fraglich, wie zuverlässig die Daten sind. Gerade bei den Fragen nach Körpergewicht und Nikotinkonsum, bei denen gesellschaftliche Bewertungen eine große Rolle spielen, ist das "underreporting" eine nicht unbeträchtliche Fehlerquelle bei Studien, die auf Selbstaussagen über die Vergangenheit beruhen. "Underreporting" meint in diesem Zusammenhang die Unterschätzung oder absichtlich zu gering angegebene Angabe des Gewichts beziehungsweise der gerauchten Zigaretten pro Tag.

Studien, die sich nicht auf Selbstaussagen der Probanden verlassen, zeigen als andere mögliche Fehlerquelle eine nicht ausreichende follow-up-Dauer. So kann ein vorübergehender Gewichtsverlust als endgültige Gewichtszunahme fehlinterpretiert werden.

Wie kann eine Gewichtszunahme vermieden werden?

Um zu verhindern, an Gewicht zuzunehmen, kann es hilfreich sein, die Zeit nach dem Rauchstopp gut zu planen. Gerade wer viel geraucht hat, kann mithilfe von moderater Bewegung seinen Grundumsatz auf einem gleichbleibend hohen Niveau halten. Ein strammer Spaziergang über eine Dreiviertelstunde kann dazu bereits ausreichen. Außerdem ist körperliche Aktivität nicht nur gut für die Figur, sondern hilft auch dem Herzen und den Gefäßen.

Raucher, die die Zigarette zumeist zur Entspannung genutzt haben ("Feierabend-Zigarette"), sollte nach anderen Entspannungsmethoden suchen, um nicht zum "Stress-Esser" zu werden. Entspannung kann auf vielfältige Weise erreicht werden: Autogenes Training, Yoga und Progressive Muskelentspannung nach Jacobson sind schnell erlernbare Entspannungstechniken. Möglicherweise reicht aber auch ein langes Bad, wohlriechende Räucherstäbchen oder ein gutes Buch für eine zufriedenstellende Entspannung.

Wenn das Zigarettenrauchen als Ritual zur Beendigung einer Mahlzeit eingesetzt wurde, muss eventuell ein neues Ritual gefunden werden. Eine Idee hierfür wäre das Zähneputzen. Weitere Tipps umfassen die gezielte Planung inklusive Abwiegen und Kalorien-Zählen, das Vorbereiten gesunder Snacks (zum Beispiel Karotten oder Staudensellerie mit Dip) und den Ratschlag, Essen nicht als Belohnung einzusetzen - insbesondere nicht als Belohnung für den Rauchstopp.

Wer kann professionelle Hilfe bieten?

Unterstützung und fachmännischen Rat können unter anderem Ärzte und Ernährungsberater bieten. Ernährungsberater können mit alltagstauglichen Tipps und konkreten Vorschlägen dabei helfen, nach dem Rauchstopp zugelegtes Gewicht wieder abzunehmen. Ebenso können geleitete Gruppen (beispielsweise Weight Watchers) oder Selbsthilfegruppen eine Stütze sein.

Ärztliche Hilfe könnte insbesondere den starken Rauchern zugutekommen, die ihre Entzugssymptome eventuell mit Nahrungsaufnahme kompensieren könnten. Eine mögliche Maßnahme wäre die Nikotinersatztherapie, bei der kontrolliert Nikotin über Spray, Kaugummi oder Pflaster aufgenommen wird und Entzugssymptome mindert oder verhindert.

Möchten Sie mit dem Rauchen aufhören, können unsere Ärzte Ihnen sagen, ob eine medikamentöse Behandlung für Sie geeignet ist. Hierzu müssen Sie lediglich kostenlose fachärztliche Konsultation durchführen.

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Die pro Tag verabreichte Nikotindosis kann nach und nach verringert werden. Alternativ können Medikamente zur Raucherentwöhnung angewandt werden. Medikamente, die sich zur Raucherentwöhnung eignen, sind das Amphetaminderivat Bupropion und der Partialagonist Champix.

Bupropion ist ein Arzneistoff, der sowohl zur Behandlung von Depressionen als auch zur Raucherentwöhnung angewandt wird. Die Substanz ist ein selektiver Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahme-Hemmer und seine Wirkung beruht auf der Schwächung der Entzugssymptome aufgrund der Veränderung der Dopamin-Freisetzung. Der Wirkstoff wird in Deutschland unter dem Markennamen Zyban vermarktet.

Vareniclin ist der Inhaltsstoff in Champix. Vareniclin ist ein partieller Agnoist der nikotinischen Acetylcholin-Rezeptoren, die an der Suchtentstehung beteiligt sind. Vareniclin besetzt den Rezeptor, an dem normalerweise Nikotin andockt, und vermindert dadurch den Effekt von Nikotin. Außerdem lindert es die Entzugssymptome maßgeblich.

Studien haben gezeigt, dass Bupropion Vareniclin möglicherweise unterlegen ist. Eine Bupropion-Behandlung ist nur bei Trägern eines bestimmten Gens wirkungsvoll. Diese Genvariante CYP2B6*6 ist häufig bei europäischstämmigen Menschen zu finden. Träger anderer Genvarianten sprechen auf Bupropion nicht an.


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Quellen:

  1. Gewichtszunahme nach dem Rauchstopp: Studie zeigt Veränderungen der Darmflora. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. URL: rauchfrei-info.de
  2. Gewichtszunahme durch einen Rauchstopp – ein begrenztes Problem. Deutsches Krebsforschungszentrum. URL: dkfz.de
  3. Nikotin – Pharmakologische Wirkung und Entstehung der Abhängigkeit. Deutsches Krebsforschungszentrum – Stiftung des öffentlichen Rechts. URL: dkfz.de
  4. Smoking Cessation Induces Profound Changes in the Composition of the Intestinal Microbiota in Humans.. Luc Biedermann et al; Published: March 14, 2013 http://dx.doi.org/10.1371/journal.pone.0059260. URL: journals.plos.org
  5. Rauchen und Körpergewicht. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. URL: dge.de
  6. Weight gain in smokers after quitting cigarettes: meta-analysis. H-J Aubin; BMJ 2012. URL: bmj.com

Aktualisiert am: 06.02.2017