Medikamentöse Behandlung von zu hohem Cholesterin

Erhöhte Cholesterinwerte sind in mehreren Schritten zu behandeln. Zuerst empfehlen Ärzte eine Umstellung der Ernährungs- und Lebensweise, inklusive einer gezielten Gewichtsreduzierung. Parallel dazu sind eventuelle Grunderkrankungen auszuschließen beziehungsweise zu behandeln. Sollten die Cholesterinwerte trotzdem unverändert bleiben, ist eine medikamentöse Behandlung angezeigt.

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Verfügbare Behandlung Hohes Cholesterin
Simvastatin
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Simvastatin

  • Senkt LDL-Werte im Cholesterin
  • Wird Abends eingenommen
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Welche Wirkstoffgruppen eignen sich zur Senkung der Cholesterinwerte?

In Abhängigkeit vom aktuellen Wert eines hohen Cholesterinspiegels können unterschiedliche Wirkstoffe angezeigt sein.

Statine als 1. Wahl gegen hohes Cholesterin

Am häufigsten verordnen Ärzte Statine. Sie gehören zur Gruppe der CSE-Hemmer (Cholesterin Synthese Enzym Hemmer). Neben der cholesterinsenkenden Wirkung hemmen Statine bereits existente Entzündungen im Körper. Dadurch wirken diese als Plaque Stabilisatoren, welche Gefäßablagerungen stabilisieren.

Dies verringert das Risiko für einen Schlaganfall beziehungsweise Herzinfarkt. Da Statine vereinzelt Leberwerte erhöhen, steigt das Risiko für Diabetes mellitus geringfügig. Es empfiehlt sich eine regelmäßige Kontrolle dieser Werte im Labor.

Wirkstoffe aus der Gruppe der Statine:

  • Atorvastatin
  • Fluvastatin
  • Lovastatin
  • Pitavastatin
  • Pravastatin
  • Rosuvastatin
  • Simvastatin

Fibrate gegen einen erhöhten Trigylceridspiegel

Zur Senkung erhöhter Cholesterinwerte stehen Fibrate seit über 40 Jahren zur Verfügung. Angezeigt sind Wirkstoffe dieser Gruppe heute vor allem dann, wenn ein erhöhter Triglyceridspiegel diagnostiziert wird.

Der genaue Wirkungsmechanismus von Fibraten ist noch nicht geklärt, jedoch wird davon ausgegangen, dass Fibrate in zwei Angriffspunkten in den Fettstoffwechsel eingreifen. Fibrate erhöhen die Aktivität von Lipoproteinlipase. Lipoproteinlipase ist ein Enzym, das VLDL, ein locker gepacktes Fett, zu einer dichter gepackten Form wie LDL oder gar HDL umwandelt. Aus dicht gepackten Transportformen kann sich nicht so viel Cholesterin lösen und in den Gefäßen festsetzten. Fibrate beeinflussen ebenfalls die Cholesterin-Bildung und Freisetzung von VLDL in der Leber.

Da Fibrate die Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit beeinflussen, erhöhen sie das Risiko für die Entstehung von Gallensteinen. Patienten, die an Gallenbeschwerden leiden, sind daher von der Einnahme ausgenommen. Auch Patienten, die an Einschränkungen der Leber- oder Nierenfunktion leiden, sollten Fibrate nicht anwenden.

Wirkstoffe aus der Gruppe der Fibrate:

  • Bezafibrat
  • Fenofibrat
  • Gemfibrozil

PCSK9 Hemmer senken LDL im Blut

Seit 2016 stehen zwei Wirkstoffe der Gruppe PC SK9 Hemmer zur Behandlung von erhöhten Cholesterinwerten zur Verfügung. Mithilfe eines Injektions-Pens spritzt sich der Patient das verordnete Präparat im 14-tägigen Rhythmus direkt unter die Haut.

Das Enzym PCSK9 ist ein Protein, das die LDL-Rezeptoranzahl reguliert. Wird PCSK9 neutralisiert, kommt es zu einer vermehrten Verfügbarkeit von LDL-Rezeptoren auf der Leberzelloberfläche. Der Serumspiegel von LDL-Cholesterin ist hauptsächlich von der Anzahl der LDL-Rezeptoren abhängig. Da PCSK9 diese beeinflusst wird eine Reduktion des LDL-Cholesterins im Blut erwirkt.

PCSK9 eignet sich besonders für Patienten, die mit der derzeitigen Standardtherapie nicht die empfohlenen LDL-C Zielwerte erreichen. Das betrifft vor allem Patienten mit Statinintoleranz, familiärer Hypercholesterinämie oder kardiovaskuläre Hochrisikopatienten.

Wirkstoffe aus der Gruppe der PCSK9 sind:

  • Alirocumab
  • Evolocumab

Ezetimib als Medikament 2. Wahl

Der Einzelwirkstoff Ezetimib kommt dann zum Einsatz, wenn Statine kontraindiziert sind. Eine Kombinationstherapie mit Statinen ist bei Bedarf möglich. Darüber hinaus gibt es weitere Präparate mit cholesterinsenkender Wirkung. Hierzu gehören beispielsweise hochdosierte pflanzliche Arzneimittel auf Basis von Knoblauch- oder Artischocken-Extrakten, Nikotinsäurederivate beziehungsweise Anionenaustauscher.

In Ergänzung zur medikamentösen Behandlung empfiehlt sich die unterstützende Anwendung von Flohsamen und Leinsamen. Omega-3-Fettsäuren dienen ähnlich wie Fibrate der Senkung erhöhter Triglycerid-Werte.

Wie funktionieren Wirkstoffe zur Senkung eines erhöhten Cholesterinspiegels?

Cholesterin ist eine lebenswichtige Substanz, welche beispielsweise dem Aufbau von Membranen oder der Hormonproduktion dient. Aus diesem Grund wird Cholesterin neben der Nahrungsaufnahme zudem vom menschlichen Körper selbst produziert.

Die Cholesterinherstellung erfolgt mithilfe eines Enzyms namens HMG CoA Reduktase. Statine hemmen die Wirkung desselbigen, wodurch die Produktion von Cholesterin eingestellt wird. Da der Körper jedoch weiterhin Cholesterin benötigt, nimmt er dies aus dem Blut auf. Es handelt sich hierbei um das sogenannte LDL Cholesterin, welche aus Fetteiweißen mit geringer Dichte besteht. Auf diese Weise sinkt die Konzentration des Cholesterins im Blut und damit der hauptsächliche Auslöser für einen Großteil der körperlichen Schäden.

Ähnlich wie Statine wirken Fibrate. Letztere verringern dabei hauptsächlich die Konzentration der Leber beeinflussenden Triglyceride in der Blutbahn. In Bezug auf das LDL-Cholesterin verhindern Fibrate nicht nur deren Aufbau, sondern unterstützen zudem deren stetigen Abbau.

Im Gegensatz dazu nutzt der Wirkstoff Ezetimib einen anderen Wirkungsmechanismus. Ezetimib blockiert die Aufnahme von Cholesterin über Lebensmittel, indem ein notwendiger Mechanismus der Dünndarmwand blockiert wird. Oftmals empfehlen Ärzte die parallele Einnahme von Ezetimib mit einem anderen Cholesterinsenker. Die innovativen Wirkstoffe Evolocumab und Alirocumab unterbinden den Abbau von LDL-Rezeptoren in den Leberzellen. Aufgrund dessen bleiben diese frei und binden LDL-Cholesterin erneut.

Wissenschaftliche Belege: Wirksamkeitsstudien

Ezetimib senkt den Cholesterinspiegel aufgrund der zweifachen Wirkungsweise um lediglich 15 bis 20 Prozent. Die IMPROVE Studie belegt, dass eine Kombination von Ezetimib mit Statinen innerhalb eines Zeitraumes von sieben Jahren akute Koronarereignisse wie beispielsweise Herzinfarkt von 34,7 Prozent auf 32,72 Prozent senken konnte.

Die Wissenschaftler betonen abschließend, dass die Ergebnisse zwar aus statistischer Perspektive signifikant sind, jedoch keine ausnahmslose Indikation einer Kombinationstherapie darstellt. Zu begründen ist dieser Sachverhalt durch eine ausbleibende Verbesserung der Sterblichkeitsrate im Rahmen einer Kombinationstherapie.

Innovative Therapiemethoden mithilfe von PC SK9 Hemmern senken die LDL-Cholesterinwerte um 60 bis 70 Prozent. Untersuchungen zeigen, dass eine Therapie mit diesen rund 100 Mal mehr kostet, als mit Statinen. Dennoch loben Ärzte das moderne Wirkprinzip, da mithilfe der bis dato angewendeten Standardtherapie (Statine) weniger als 50 Prozent aller Hochrisikopatienten den empfohlenen LDL-Zielbereich (70 mg / dl) erreicht. Für Therapiemaßnahmen mit Wirkstoffen der Gruppe Fibrate liegen bis dato kaum Wirksamkeitsstudien vor.

Medikamente zur Behandlung erhöhter Cholesterinwerte

Statine

Simvastatin

Simvastatin Medikamentencheck
Markenname:Simvastatin
Pharmahersteller:Actavis
Abgabeform:rezeptpflichtig
Aktive Wirkstoffe:Simvastatin
Wirkstoffklasse: Cholesterin-Synthese-Enzymhemmer
Darreichungsform:Tabletten
Dosierung:10mg, 20mg, 40mg, 80mg
Einnahme: oral, unzerkaut mit einem Glas Wasser

Simvastatin

SimvastatinSimvastatin ist ein Medikament, das den Statinen zugerechnet wird. Mit seiner Hilfe wird das LDL gesenkt. Die Filmtabletten sind in verschiedenen Dosierungen erhältlich. Für gewöhnlich wird zunächst eine niedrige Dosierung verschreiben, die dann angepasst wird. Simvastatin kann bereits Kindern ab einem Alter von 10 Jahren verschrieben werden. Bei Mädchen muss die Menarche mindestens ein Jahr zurückliegen.

Die Einnahme von Simvastatin

Simvastatin sollte so angewendet werden, wie der Arzt es empfiehlt. Dazu gehört auch, das Medikament immer zur selben Zeit einzunehmen. Simvastatin wird bestenfalls mit einem Glas Wasser eingenommen. Der beste Zeitpunkt dafür ist der Abend. Der Grund ist, dass die Leber in der Nacht Cholesterin produziert. Simvastatin kann hier eine gute Wirkung erzielen.

Trotz der guten Wirkung muss eine entlastende Ernährung beibehalten werden. Sollte einmal eine Tablette vergessen werden, darf nicht beim nächsten Zeitpunkt der Einnahme die doppelte Menge eingenomm werden. Anpassungen der Dosierung sollten zudem schonend und über mehrere Wochen vorgenommen werden. Sollte aus Versehen eine erhöhte Dosis eingenommen worden sein, muss in jedem Fall umgehend der Arzt informiert werden.

Das ist zu beachten

Simvastatin darf nicht bei Allergien eingenommen werden, die gegen einen oder mehrere Wirkstoffe bestehen. Die Voraussetzung für die Einnahme ist außerdem, dass zuvor die Werte kontrolliert werden. Um Wechselwirkungen zu vermeiden, sollte Simvastatin nicht ohne Gespräch mit dem Arzt mit anderen Mitteln kombiniert werden. Das gilt auch bei vorliegenden Erkrankungen. Patienten, die z.B. unter Nierenerkrankungen leiden, benötigen eine Anpassung der Dosis. Simvastatin sollte nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt werden.

Nebenwirkungen

Zu den möglichen Nebenwirkungen, die eher selten sind, gehören allergische Reaktionen. Das können Schwellungen sein, die auch im Gesicht auftreten können. Solche Reaktionen können gefährliche Ausmaße annehmen, wenn sie die Atmung beeinflussen. Daher ist in solchen Fällen sofort ein Arzt hinzuzuziehen.

Möglich sind auch Muskelschmerzen, die dann vor allem im Bereich der Schultern und der Hüfte auftreten. Patienten haben in seltenen Fällen auch von Gelenkschmerzen berichtet. Gelegentliche Nebenwirkungen sind Schlafstörungen und Depressionen. Auch Kopfschmerzen und Schwindel sind möglich.

Fibrate

Fenofibrat

Die Einnahme von Fenofibrat reduziert das Risiko für notwendige Lasertherapien aufgrund diabetesbedingter Netzhautschäden um circa 30 Prozent.

Bezafibrat

Steht bei der Behandlung erhöhter Cholesterinwerte auch die Prävention koronarer Erkrankungen im Fokus, ist Bezafibrat Fenofibrat vorzuziehen. Dies gilt nicht im Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle.

Ezetimib

Ezetrol

Der Cholesterinsenker Ezetrol wird häufig in Kombination mit Statinen wie beispielsweise Atorvastatin angewendet. Diese Kombinationstherapie ist beispielsweise bei Diabetikern angezeigt.

Cholesterinsenker online kaufen: Ist das möglich?

Simvastatin, Crestor, Fluvastatin, Lipitor, Pravastatin, Atorvastatin, Lescol, Lipostat und Zocor, Medikamente zur Behandlung von zu hohem Cholesterin (Hypercholesterinämie), sind verschreibungspflichtig und dürfen in Deutschland nur mit Rezept erworben werden. Rezeptpflichtige Medikamente zur Behandlung von Fettstoffwechselstörungen können auf HealthExpress online angefordert werden.

HealthExpress ist eine zertifizierte Online-Klinik mit praktizierenden Ärzten, die in der EU registriert sind. Aus diesem Grund ist HealthExpress berechtigt, rezeptpflichtige Medikamente zu verkaufen. Dazu ist es erforderlich, dass Sie die Online Konsultation nutzen und allgemeine und spezifische medizinische Fragen vollständig und gewissenhaft beantworten, die in Bezug auf eine Behandlung mit dem gewünschten Medikament relevant sind.

Die Auswertung Ihrer medizinischen Angaben erfolgt innerhalb kurzer Zeit durch unsere Ärzte. Nach einer gründlichen Prüfung erhalten Sie eine Mail mit der Bestätigung für Ihr Rezept. Damit können Sie in Ihrem Patientenbereich das für Sie geeignete Medikament online bestellen.

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Quellen:

  1. Hohe Cholesterinwerte: Wie behandeln?. Wort & Bild Verlag. URL: apotheken-umschau.de
  2. Pitavastatin senkt Blutfettwerte. Deutsche Apotheker Verlag Dr. Roland Schmiedel GmbH. URL: deutsche-apotheker-zeitung.de
  3. Ezetimib-Statin-Kombinationstherapie. Deutscher Ärzteverlag GmbH. URL: aerzteblatt.de

Aktualisiert am: 03.05.2017