Hormonelle Verhütung für Raucherinnen: Ja oder Nein?

Etwa zwölf Prozent der elf- bis 17-jährigen Jugendlichen in Deutschland rauchen, davon etwa 5,4 Prozent täglich (Stand 2012). Innerhalb dieser Zeitspanne machen Jugendliche meist die ersten sexuellen Erfahrungen, sodass hormonelle Verhütung an Bedeutung gewinnt. Rauchen gilt zum Teil als relative, zum Teil als absolute Gegenanzeige für bestimmte Formen der hormonellen Verhütung, schließt diese allerdings nicht gänzlich aus. Bei Raucherinnen müssen zusätzliche Faktoren und Risiken bewertet werden, um die Sicherheit einer möglichen Verhütung bezüglich des Thromboserisikos gewährleisten zu können.

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Rauchen erhöht das Thromboserisiko

Als Thrombose bezeichnet man die Bildung eines Blutgerinnsels, das an seinem Bildungsort das Blutgefäß verstopft. Thrombembolien beschreiben einen Gefäßverschluss durch ein Blutgerinnsel, nachdem dieses durch die Blutgefäße weiter transportiert wurde. So kann ein Thrombus in einer Beinvene beispielsweise in die Gefäße der Lunge gelangen und eine akut lebensbedrohliche Lungenembolie auslösen. Andere mögliche Komplikationen sind Herzinfarkt und Schlaganfall.

Antibabypille erhöht Thromboserisiko bei Raucherinnen

Nikotin verengt die Gefäße und beeinflusst darum die Durchblutung und erhöht den Blutdruck, der wiederum ein Risikofaktor für Thrombosen darstellt. Die Gefäße geraten vermehrt unter Stress. Zusätzlich erhöht das Zigaretten-Rauchen die "schlechten" Blutfette und verringert den Blutspiegel des "guten" Cholesterins. Die in der Folge davon geschädigten Gefäßwände und die verringerte Strömungsgeschwindigkeit des Blutflusses können zur Entstehung eines Gerinnsels führen.

Welche weiteren Risikofaktoren für Thrombosen gibt es?

Neben dem Zigarettenrauchen stellt vor allem das steigende Alter einen starken Risikofaktor dar. Darum sollten Raucherinnen über 35 Jahren nicht mittels der klassischen Antibabypille verhüten. Darüber hinaus erhöhen Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, erhöhte Blutfette und wenig körperliche Aktivität das Thromboserisiko.

Gerinnungsstörungen können angeboren (zum Beispiel Faktor-V-Leiden-Mutation) oder erworben (beispielsweise Antiphospholipid-Syndrom) sein. Von ihnen geht ein Risiko für Thrombosen aus. Wenn eine Frau bereits einmal eine Thrombose, einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt in jungen Jahren erlitten hat, ist von einem erhöhten Thromboserisiko auszugehen.

Bösartige Krebserkrankungen können ebenfalls das Risiko für Thrombosen erhöhen. Einige dieser Risikofaktoren sind bereits bei Nichtrauchern absolute Gegenanzeigen bezüglich der Einnahme der Pille!

Warum sollten Raucherinnen nicht mit kombinierten Antibabypillen verhüten?

Kombinierte Antibabypillen enthalten Östrogen, welches in Kombination mit Nikotin das Thromboserisiko erhöht. Bei nichtrauchenden Frauen wird kein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt oder koronare Herzkrankheit (KHK) durch niedrig dosierte Östrogen-Therapie angenommen. Gestagene erhöhen das Thromboserisiko nicht.

Gerade in ersten sechs bis zwölf Monaten nach der Erstanwendung von östrogenhaltigen Präparaten ist das Risiko für eine Thrombose am höchsten. Wenn in diesem Zeitraum beispielsweise längere Flugreisen (über sechs Stunden) geplant sind, sollten unbedingt Vorkehrungen zur Vermeidung von Thrombosen getroffen werden.

Darunter fallen Thrombose-Strümpfe, ausreichend hohe Flüssigkeitsaufnahme, möglichst viel Bewegung und gegebenenfalls Heparin-Spritzen zur Blutverdünnung. Die empfängnisverhütende Wirkung der kombinierten Antibabypille wird durch das Rauchen nicht beeinträchtigt.

Welche Komplikationen einer tiefen Beinvenenthrombose sind bekannt?

Das Risiko nach einer stattgehabten tiefen Beinvenenthrombose oder Lungenembolie, eine erneute Thrombose zu erleiden, ist um das 30-fache erhöht. Außerdem kann die Thrombose in die Beckenvenen oder sogar bis in die untere Hohlvene aufsteigen.

Die häufigste Spätkomplikation einer tiefen Beinvenenthrombose ist das postthrombotische Syndrom. Meistens tritt es innerhalb von fünf Jahren nach der Thrombose auf. Dabei handelt es sich um eine Varikosis ("Krampfadern"), bei der sich aufgrund eines gestörten Abflusses der tiefen Beinvenen die Strömungsrichtung des Blutes umkehrt, sodass sich die oberflächlichen Venen vermehrt füllen und zusätzliche Verzweigungen ausbilden.

Die Varikosis im Rahmen eines postthrombotischen Syndroms ist zumeist schwer und führt zu chronisch-venöser Insuffizienz gegebenenfalls mit Ulcus cruris ("Unterschenkel-Geschwür"). Bei dieser Form der Varikosis können operative und interventionelle Therapien nicht eingesetzt werden.

Die vermutlich gefürchtetste Komplikation ist die Lungenembolie, die ihrerseits zum Versagen des rechten Herzens, Lungeninfarkt und Atelektase (luftleerer Lungenbereich mit Zug auf das umgebende Gewebe) führen kann. Die Gefahr einer erneuten Lungenembolie ist ohne Blutverdünner sehr hoch. Nach mehrfachen Lungenembolien, selbst wenn es nur "kleine" Embolien waren, kann sich ein Bluthochdruck der Lungengefäße manifestieren, der auf Dauer das Herz schädigt. Eine Lungenembolie kann tödlich sein.

Wie äußert sich eine tiefe Beinvenenthrombose?

Die Kombination aus Schwellung, dumpfem Schmerz und Blaufärbung des betroffenen Beins ist nur bei jeder zehnten tiefen Beinvenenthrombose ausgeprägt. Weitere Symptome können Überwärmung, Gefühl von Schwere oder Spannung im Bein sowie stärker hervortretende Venenzeichnung sein. Bei einer Lungenembolie treten plötzlich Atemnot, Schwindel und Schwäche auf.

Können Raucherinnen hormonell verhüten?

Raucherinnen können hormonell verhüten. Für alle Raucherinnen, unabhängig von Alter und Anzahl der täglich gerauchten Zigaretten, ist die Anwendung der Minipille möglich. Die Minipille ist ein reines Gestagen-Präparat, das das Thromboserisiko nicht erhöht. Des Weiteren sind als östrogenfreie Präparate die Dreimonatsspritze, Gestagen enthaltende Implantate, die Hormon-Spirale und die Kupferspirale auf dem Markt.

Die empfängnisverhütende Wirkung dieser Verhütungsmittel ist mit der Wirkung der klassischen Antibabypille vergleichbar. Wenn Raucherinnen mittels östrogenhaltigem Präparat (Antibabypille, Vaginalring, Verhütungspflaster) verhüten möchten, sollten sie weniger als 15 Zigaretten pro Tag rauchen, jünger als 35 Jahre sein und keine weiteren Risikofaktoren für Thrombosen aufweisen. Dennoch wären Präparate mit zumindest reduzierter Östrogen-Dosis wie zum Beispiel die Mikropille zu bevorzugen.

Können Raucherinnen die "Pille danach" anwenden?

Die Pille danach enthält entweder Ulipristal oder Levonorgestrel. Ulipristal ist ein Progesteron-Rezeptor-Modulator und bei Levonorgestrel handelt es sich um ein Gestagen. Beide Präparate enthalten folglich kein Östrogen und können von Raucherinnen angewendet werden.

Fazit: Vorsicht bei Pille und Zigaretten!

Idealerweise könnte der Wunsch, hormonell zu verhüten, dazu führen, dass Raucherinnen den Zigaretten-Konsum aufgeben. In der Realität ist das meistens nicht der Fall. Für starke Raucherinnen gilt, dass östrogenhaltige Verhütungsmittel nicht angewendet werden sollten.

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Diese Empfehlung schließt die Pille, den Vaginalring und Verhütungspflaster ein. Stattdessen können östrogenfreie Verhütungsmittel wie die Minipille, die Dreimonatsspritze, eine Hormon- oder Kupferspirale sowie Hormonstäbchen verwendet werden. Raucherinnen mit geringem Nikotinkonsum sollten die Verhütungsmethode mit ihrem Frauenarzt besprechen.


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Quellen:

  1. Verhütung & Rauchen. Wort & Bild Verlag. URL: gesundheit.gv.at
  2. Kombinierte Pillen, Rauchen und Thromboebolie. Verein Lilli. URL: lilli.ch
  3. Combined oral contraceptives, smoking and cardiovascular risk. T.M. Farley et al. URL: ncbi.nlm.nih.gov
  4. Kardiovaskuläre Aspekte der hormonellen Kontrazeption und Substitution. T. Rabe et al. URL: link.springer.com

Aktualisiert am: 07.03.2017