Nichtraucher werden

Methoden zur Raucherentwöhnung - Medikamente, Nikotinersatztherapie & nichtmedikamentöse Methoden

Wer sich dazu entschieden hat, mit dem Rauchen aufzuhören steht vor einer wichtigen Entscheidung: Welche Methode zur Raucherentwöhnung kann mir effektiv dabei behilflich sein, endlich Nichtraucher zu werden?

Rauchern stehen hierbei einige Optionen zur Verfügung. Wir haben für Sie alle Methoden mit dem Rauchen aufzuhören zusammengestellt. Von der medikamentösen Behandlung mit rezeptpflichtigen Präparaten über rezeptfreie Mittel der Nikotinersatztherapie bis hin zu nichtmedikamentösen Methoden finden Sie bei uns alle Informationen, welche Sie benötigen, um der Nikotinsucht ein Ende zu setzen.

Medikamentöse Methoden zur Raucherentwöhnung

Durch die körperliche und psychische Abhängigkeit ist die Raucherentwöhnung nicht einfach und erfordert einen starken Willen und große Disziplin. Unterstützung bieten verschreibungspflichtige Medikamente, deren Wirksamkeit wissenschaftlich belegt ist. Sie enthalten den Wirkstoff Bupropion oder Vareniclin. Vor der Einnahme dieser Medikamente ist eine ausführliche Untersuchung und Beratung durch den Arzt erforderlich. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für diese Arzneimittel allerdings nicht.

Möchten Sie mit dem Rauchen aufhören, können unsere Ärzte Ihnen sagen, ob eine medikamentöse Behandlung für Sie geeignet ist. Hierzu müssen Sie lediglich unsere kostenlose fachärztliche Konsultation durchführen.

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Wirkstoff Bupropion beeinflusst die Hirnbotenstoffe

Der Wirkstoff Bupropion ist seit Juli 2000 zur Unterstützung der Raucherentwöhnung zugelassen. Er sorgt dafür, dass die Konzentration der Hirnbotenstoffe Dopamin und Noradrenalin ansteigt und so die Wirkung von Nikotin imitiert, ohne selbst an den Nikotinrezeptoren anzudocken. So werden einerseits Entzugserscheinungen und andererseits das Verlangen nach einer Zigarette verringert.

Um schon vor der Raucherentwöhnung eine bestimmte Wirkstoffkonzentration im Blut zu erzielen, beginnt die Anwendung von Bupriopon üblicherweise mit einer halben Dosis (1 Tablette), die eine Woche vor dem geplanten Rauchstopp eingenommen wird. Danach müssen täglich (im Abstand von 8 Stunden) zwei Tabletten eingenommen werden. Die Behandlung dauert etwa 7 bis 9 Wochen.

Als Nebenwirkungen können Kopfschmerzen, Schwindel, erhöhter Blutdruck, Schwitzen, Mundtrockenheit, Übelkeit, Verstopfung, Schlaf- und Konzentrationsstörungen auftreten; in seltenen Fällen kann es zu Krampfanfällen kommen. In Deutschland ist Bupropion zum Beispiel in Tablettenform unter dem Namen Zyban im Handel erhältlich.

Wirkstoff Vareniclin blockiert Nikotinrezeptoren

Der Wirkstoff Vareniclin, der in Deutschland seit März 2007 als Medikament zur Raucherentwöhnung zugelassen ist, hat ein anderes Wirkprinzip als Bupropion. Vareniclin dockt an den Nikotinrezeptoren im Gehirn an, sodass Nikotin selbst dies nicht mehr tun kann und damit keine belohnende Wirkung mehr ausübt. Für den Raucher bedeutet dies, dass der Konsum einer Zigarette keine positiven Empfindungen mehr auslöst und das Verlangen nach Nikotin verschwindet. Darüber hinaus mildert der Wirkstoff Entzugserscheinungen ab.

Wirkung von Champix zur Raucherentwöhnung

Die Anwendung beginnt in der Regel mit der Einnahme einer niedrig dosierten Tablette (0,5 Milligramm) täglich. Nach 1 bis 2 Wochen sollte der Rauchstopp erfolgen. Danach folgt eine langsame Steigerung der Dosis bis zur zweimal täglichen Einnahme einer höher dosierten Tablette (1 Milligramm). Die empfohlene Behandlungszeit beträgt 12 Wochen. Mögliche Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Schlafstörungen und ungewöhnliche Träume. In Deutschland wird Vareniclin unter dem Handelsnamen Champix angeboten.

Champix Vareniclin Eckdaten
Ventolin
Handelsname: Champix
Hersteller: Pfizer
Wirkstoff: Vareniclin
Darreichungsform: Tabletten
Dosierung: 0,5 mg & 1 mg
Besonderheit: Raucherentwöhnung ohne Nikotin
Erfolgsquote: 40%
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Nikontinersatztherapie - Rezeptfreie Methoden für den Rauchstopp

Neben verschreibungspflichtigen Arzneimitteln gibt es seit 1983 rezeptfreie Präparate, die zur Unterstützung der Raucherentwöhnung eingenommen bzw. angewendet werden können. In der Regel handelt es sich hierbei um sogenannte Nikotinersatzmittel, die dem Körper in bestimmten Dosierungen Nikotin zuführen und so die Zigarette ersetzen.

Die Anfangsdosierung der Präparate wird an den bisherigen Zigarettenkonsum angepasst und dann über einen längeren Zeitraum hinweg schrittweise reduziert. Durch die langsame "Entwöhnung" des Körpers vom Nikotin sollen die Entzugserscheinungen gemildert und so das Rückfallrisiko gesenkt werden. Nikotinersatzmittel sind in verschiedenen Formen erhältlich, die nach individueller Verträglichkeit oder persönlicher Vorliebe ausgewählt werden können. Angeboten werden Nikotinpflaster, Kaugummis, Lutschtabletten, Sublingualtabletten, Nasalsprays und Nikotininhalatoren.

Nikotinpflaster unterstützen mittelstark bis stark abhängige Raucher beim Entzug

Nikotinpflaster werden morgens auf eine trockene und möglichst unbehaarte Stelle auf der Haut (z. B. Oberarm, Rumpf oder Hüfte) geklebt. Dort wird über einen Zeitraum von 16 oder 24 Stunden Nikotin in den Blutkreislauf abgegeben, sodass der Nikotinspiegel im Blut ein bestimmtes Niveau hält. Ziel ist, die erlernte Assoziation von Rauchen und Wirkung aufzulösen, das Rauchverlangen zu verringern und Entzugserscheinungen zu lindern. Die Wirkung tritt frühestens nach 30 bis 60 Minuten ein. Die Pflaster müssen einmal täglich gewechselt werden.

Nikotinpflaster eignen sich für mittelstarke bis stark abhängige Raucher und werden in drei verschiedenen Stärken (entsprechend einem täglichen Konsum von 10, 20 oder 30 Zigaretten) angeboten. Nachdem mit der entsprechenden Dosierung begonnen wurde, sollte nach 4 bis 6 Wochen eine geringere Dosis eingesetzt werden. Nach weiteren 2 Wochen ist auf die geringste Dosierung zu wechseln.

Nikotinkaugummis zur Raucherentwöhnung bei leichter bis mittelstarker Abhängigkeit

Durch das Kauen eines Nikotinkaugummis wird Nikotin freigesetzt, das über die Mundschleimhaut in den Körper aufgenommen wird. Die Wirkung des Nikotins tritt innerhalb von 15 bis 30 Minuten ein, deshalb können Nikotinkaugummis eingesetzt werden, um akutes Rauchverlangen oder Entzugserscheinungen zu lindern. Zu Beginn können bis zu 16 Nikotinkaugummis pro Tag eingesetzt werden, die anfängliche Anzahl sollte nach 6 bis 8 Wochen langsam reduziert und nach 12 Wochen beendet werden. Nikotinkaugummis werden in verschiedenen Stärken (2 und 4 Milligramm) angeboten und eignen sich für Personen mit leichter bis mittelstarker Tabakabhängigkeit.

Nikotin-Lutschtabletten unterstützen Raucher beim Aufhören

Ähnlich wie bei Nikotinkaugummis wird das Nikotin bei Nikotin-Lutschtabletten über die Mundschleimhaut aufgenommen, während die Tabletten im Mund zergehen oder gelutscht werden. Deshalb sollen sie nicht zerkaut oder im Ganzen geschluckt werden. Der Wirkungseintritt erfolgt nach etwa 15 bis 30 Minuten, dann verringern sich die Entzugserscheinungen.

Pro Tag sollten nicht mehr als 15 Lutschtabletten eingenommen und nach 6 bis 8 Wochen die Dosis allmählich reduziert werden. Die Anwendung sollte insgesamt nicht länger als 12 Wochen dauern. Nikotin-Lutschtabletten sind in zwei verschiedenen Stärken (2 und 4 Milligramm) erhältlich und je nach Dosierung bei leichter und mittelstarker sowie starker Abhängigkeit geeignet.

Rauchfrei dank Nikotin-Sublingualtabletten

Sublingualtabletten sind in ihrer Wirkung den Nikotin-Lutschtabletten sehr ähnlich. Sie unterscheiden sich lediglich in der Dosierung (nur als 2 Milligramm-Dosis erhältlich) und Anwendung: Sie werden nicht im Mund bzw. Rachenraum aktiv gelutscht, sondern nur unter die Zunge gelegt, wo die Tablette langsam zergeht. Der Vorteil gegenüber der Lutschtablette ist die diskrete Anwendung. Maximal dürfen 30 Tabletten pro Tag eingenommen werden.

Nikotin-Nasalsprays gegen akutes Rauchverlangen

Nikotin-Nasalsprays werden bei akutem Rauchverlangen eingesetzt. Ihre Anwendung entspricht der von normalen Nasensprays, das heißt, in jedes Nasenloch wird ein Sprühstoß gegeben. Pro Stunde sollten nicht mehr als drei Sprühanwendungen erfolgen. Nach 6 bis 8 Wochen ist die Dosierung zu reduzieren, bis es ganz abgesetzt werden kann. Nikotin-Nasalsprays dürfen erst mit/nach dem Rauchstopp eingesetzt werden, sonst drohen massive Nebenwirkungen.

Nikotininhalatoren zur schrittweisen Erwöhnung

Nikotininhalatoren ähneln in ihrer Anwendung dem Rauchen einer Zigarette, denn das in einer Patrone enthaltene Nikotin wird hier aus einem Mundstück angesaugt. Wirkweise und Wirkeintritt sind ähnlich wie bei Nikotinkaugummis und -tabletten. Anfangs sollten höchstens 16 Patronen pro Tag verwendet werden. Nach 8 Wochen ist die Anzahl der Patronen zu halbieren und für 2 Wochen zu halten. In den darauffolgenden 2 Wochen sollte die Zahl der Patronen dann auf Null reduziert werden.

Kombination von Nikotinersatzmitteln bei starken Rauchern

Im Bedarfsfall, vor allem bei starken Rauchern (über 30 Zigaretten/Tag), kann eine Kombination von Nikotinersatzmitteln angezeigt sein, wenn die Wirkung einzelner Präparate nicht ausreicht. Ein typisches Beispiel hierfür ist die Kombination von Nikotinpflastern und Nikotinkaugummis oder -lutschtabletten. Diese oder jede andere Kombination sollte jedoch stets in Absprache mit einem Arzt erfolgen.

Tabelle: Alle Hilfsmittel für den Rauchstopp

Produkt Darreichungs-form Aktiver Wirkstoff Anwendung Einnahme Zeit
Zyban Tablette Amfebutamon Zur permanenten Raucher-entwöhnung 7-9 Wochen
Champix Tablette Vareniclin Zur permanenten Raucher-entwöhnung bis zu 12 Wochen
Nicorette Kaugummis (erhältlich in verschiedenen Aromen) Kaugummi Nikotin(erhätlich in verschiedene Dosierungen) Zur Erleichterung des Nikotinentzugs und zur Unterstützung der permanenten Raucher-entwöhnung 1 Kaugummi/Stunde max. 16 Stück/Tag
Nicorette Lutschtabletten Lutschtabletten Nicotin 2mg Zur Erleichterung des Nikotinentzugs und zur Unterstützung der permanenten Raucher-entwöhnung 8-12 Lutschtabletten/
Tag für 6 Wochen
Nicorette Pflaster transdermales Pflaster Nikotin (erhätlich in verschiedene Dosierungen) Zur Erleichterung des Nikotinentzugs und zur Unterstützung der permanenten Raucher-entwöhnung bis zu 8 Wochen Täglich ein Pflaster
Nicotinell Kaugummis (erhältlich in verschiedenen Aromen) Kaugummi Nikotin (erhätlich in verschiedene Dosierungen) Zur Erleichterung des Nikotinentzugs und zur Unterstützung der permanenten Raucher-entwöhnung
Nicotinell Lutschtabletten Lutschtabletten Nikotin (erhätlich in verschiedene Dosierungen) Zur Erleichterung des Nikotinentzugs und zur Unterstützung der permanenten Raucher-entwöhnung 8-12 Lutschtabletten am Tag für 8 Wochen
Nicotinell Pflaster transdermales Pflaster Nikotin (erhätlich in verschiedene Dosierungen) Zur Erleichterung des Nikotinentzugs und zur Unterstützung der permanenten Raucher-entwöhnung In 4 Wochen Abständen für 12 Wochen
Nikofrenon 10,20 oder 30 transdermales Pflaster Nikotin (erhätlich in verschiedene Dosierungen) Zur Unterstützung des Nikotinentzugs wenn mehr als 20 oder 30 Zigaretten am Tag geraucht werden bis zu 8 Wochen täglich ein Pflaster

Nichtmedikamentöse Methoden mit dem Rauchen aufzuhören

Verhaltenstherapeutische Methoden

1.) Punkt-Schluss-Methode

Die Punkt-Schluss-Methode gibt dem Raucher einen klaren Plan vor, an den er sich halten muss, um sein Ziel zu erreichen. Genaugenommen ist sie keine Methode. Sie beschreibt eher die Art und Weise, wie der Raucher sich auf das Nichtrauchen vorbereiten sollte, um erfolgreich zu sein.

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Etwa 80% der Raucher verwenden die Punkt-Schluss-Methode, offenbar auch ohne weitere Unterstützung, z. B. durch einen Therapeuten. Die Punkt-Schluss-Methode beginnt mit der Entscheidung, an welchem Tag das Rauchen enden soll.

Einen Tag festlegen
die punkt-schluss-methode zur Raucherentwoehnung

Der festgesetzte Tag sollte nicht irgendein Tag sein. Es ist wichtig dass dieser Tag möglichst stressfrei ist, aber Möglichkeiten zur Ablenkung beinhaltet. Das kann z. B. der erste Urlaubstag sein. Es ist außerdem sinnvoll, wenn die folgenden Tage ebenfalls stressarm sind, in denen sich die Entzugserscheinungen verstärken werden.

Umgang mit den verbliebenen Zigaretten

Eine Reserve zu behalten, ist ein verständlicher Wunsch von Rauchern. Mit dem Tag X, dem ersten rauchfreien Tag, sollten alle Zigaretten aus dem Umfeld entfernt werden. Ob sie nun verschenkt oder weggeworfen werden, ist unerheblich.

Der psychologische Effekt ist nicht nur, dass keine Zigaretten mehr greifbar sind, das Weggeben oder Wegwerfen ist ein aktives Dazutun, das Rauchen aufzugeben und daher nicht zu unterschätzen.

Aschenbecher behalten oder entfernen

Je nach Methode wird der Umgang mit dem Aschenbecher kontrovers diskutiert. Ein voller Aschenbecher kann vor allem in der ersten Zeit sehr abschreckend wirken. Allerdings zeigt sich auch, dass die Verbindung zum Raucherleben noch nicht abgerissen ist.

In schwachen Momenten ist der Aschenbecher daher eher hinderlich. Raucher, die der Punkt-Schluss-Methode folgen, sollten ihn daher vollständig aus der Wohnung verbannen.

Änderung wird sofort umgesetzt

Die Punkt-Schluss-Methode zeichnet sich durch die Entscheidung, einen Schlusspunkt zu setzen, aus. Mit dem gesetzten Zeitpunkt wird der Raucher zum Nichtraucher. Das gilt auch für Ersatzmethoden, die es in der Punkt-Schluss-Methode nicht gibt. Es werden keine Nikotinpflaster, Kaugummis oder andere Maßnahmen ergriffen, um die Nebenwirkungen der Entwöhnung abzumildern.

Die Punkt-Schluss-Methode ist eine sogenannte Selbstkontrollmethode. Sie ist umso erfolgreicher, je mehr Unterstützung der Raucher aus seinem Umfeld erhält. Sie funktioniert darüber hinaus nur, wenn der Raucher an seiner Entscheidung festhält. Mit dem Ausstieg allein ist es nicht getan, das neue Verhalten muss sich auch verfestigen, bzw. stabilisieren.

Weitere unterstützende Maßnahmen sind möglich. So kann die Punkt-Schluss-Methode mit Hypnose und/oder mit einer Verhaltenstherapie kombiniert werden. Das Ziel muss das Nichtrauchen sein, um die Gefahren für die Gesundheit und die Wahrscheinlichkeit für Folgeerkrankungen auszuschalten.

2.) Reduktionsmethode

Die Reduktionsmethode ist eine ältere Methode, die heute nicht mehr allzu häufig zur Anwendung kommt. Dennoch sollten sich werdende Nichtraucher mit ihr befassen. Sie wird wie die Punkt-Schluss-Methode den Selbstkontrollmethoden zugeordnet, beinhaltet aber ein anderes Schema.

Bei der Reduktionsmethode geht es darum, weniger zu rauchen. Erfolgreich kann die Reduktionsmethode nur sein, wenn es dem Raucher gelingt, alternative Mechanismen in Situationen anzuwenden, in denen er eigentlich zur Zigarette greifen will.

reduktionsmethode raucherentwoehung

Dazu muss das eigene Verhalten reflektiert werden. Gelingt das nicht, ist eine unterstützende Verhaltenstherapie sinnvoll, wenn nicht sogar die Voraussetzung, damit die Reduktionstherapie erfolgreich sein kann. Andernfalls besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Raucher recht schnell wieder in die alten Gewohnheiten zurückfällt.

Ein weiteres Problem sind die Entzugserscheinungen, die bei der Reduktionsmethode über einen sehr viel längeren Zeitraum auftreten, als das z.B. bei der Punkt-Schluss-Methode der Fall ist. Der Vorteil ist, dass die lieb gewonnene Gewohnheit des Rauchens nicht ganz aufgegeben werden muss.

Der Raucher muss sich selbst fragen, ob er sich die Reduktionsmethode zutraut oder ob er schlichtweg nicht in der Lage ist, aufgrund seiner Abhängigkeit eine endgültige Entscheidung zu fällen. Folgende Punkte müssen bei der Reduktionsmethode berücksichtigt werden.

Rauchfreie Zeiten

Die Reduktionsmethode kann nur erfolgreich sein, wenn es strenge rauchfreie Zeiten gibt. Das können die Arbeitszeiten sein, aber auch die Abendstunden. In jedem Fall müssen diese Zeitspannen aber auch Tageszeiten enthalten, in denen der Griff zur Zigarette zuvor selbstverständlich war.

Ein Risiko besteht hier: Bis zur nächsten erlaubten Zigarette können die Entzugserscheinungen so stark ausgeprägt sein, dass eine Zigarette nicht mehr ausreicht, um sie zu beseitigen. Der nächste Punkt soll verhindern, dass sich daraus eine Kettenreaktion mit hohem Zigarettenkonsum zu erlaubten Zeiten ergibt.

Zigaretten limitieren

Die Zahl der Zigaretten muss pro Tag festgelegt sein. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Die erste Variante ist, erst einige Zigaretten pro Tag auszulassen und den Konsum dann über einen festgelegten Zeitraum weiter zu reduzieren.

Es besteht aber auch die Möglichkeit, zunächst nur wenige Zigaretten pro Tag zu streichen. So kann z. B. jede zweite Zigarette auf Dauer wegfallen. Damit hier keine Fehler passieren, kann ein Protokoll nötig sein.

Zigarettenmarken und die Gewohnheit

Es ist ein Teil der Reduktionsmethode, dass Raucher nicht mehr zur Lieblingsmarke greifen um die Gewohnheit zu besiegen. Auch hier sind es die Kleinigkeiten, die Schritt für Schritt dazu beitragen, dass das Ziel auch erreicht wird.

Psychologische Aspekte spielen dabei eine erhebliche Rolle. Rauchen und die Entscheidung für eine bestimmte Marke hat auch etwas mit der eigenen Vorstellung vom Image zu tun. Es ist Absicht, dass die Zigarettenindustrie jede Marke mit bestimmten Charaktereigenschaften verbindet. Das in Bezug auf das eigene Rauchverhalten zu hinterfragen, ist Teil der Therapie.

Vorräte sind nicht zulässig

Jeder Suchtkranke achtet auf seinen Vorrat. Sich davon zu lösen heißt, die Bevorratung und damit die Bevormundung durch das Nikotin zu beenden. Zur Reduktionsmethode gehört, dass nur eine Schachtel Zigaretten im Haus ist. Die Aufgabe lautet, Gelassenheit zu den Zigarettenvorräten zu entwickeln, als Weg aus der Sucht.

Nur außerhalb des Hauses rauchen

Rauchen innerhalb der eigenen vier Wände erhöht in der Gewohnheit die Gefahr beträchtlich, dass das geplante Pensum überschritten wird. Deshalb ist es ein wichtiger Teil der Reduktionsmethode, nur und ausschließlich draußen zu rauchen.

Möchten Sie mit dem Rauchen aufhören, können unsere Ärzte Ihnen sagen, ob eine medikamentöse Behandlung für Sie geeignet ist. Hierzu müssen Sie lediglich kostenlose fachärztliche Konsultation durchführen.

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Das kann der eigene Balkon sein, aber auch der Gang vor die Tür. Hier sind Familienmitglieder eine sehr wertvolle Unterstützung. Sie sollen von Anfang an dazu angehalten werden, das Rauchverbot im eigenen Haus durchzusetzen. Es versteht sich von selbst, dass auch sonst niemand im Haus rauchen sollte.

Höchstmenge auch bei der Summe

Die Redaktionsmethode ist auch anfällig. Dazu gehört das monatliche oder wöchentliche Pensum beim Zigarettenkonsum. Es ist auch Teil der Reduktionsmethode, eine Höchstsumme für den monatlichen Konsum festzulegen. Das kann aber dazu führen, dass der Raucher auf billige Angebote ausweicht, was nicht Sinn der Methode zur Reduzierung des Zigarettenkonsums sein kann.

3.) Motivationsförderung

Die Motivationsförderung ist ein weiteres Mittel, um Rauchern auf Ihrem Weg zur Nikotinfreiheit zu unterstützen. Bei der Methode werden insbesondere die positiven Gesundheitsfolgen nach der Raucherentwöhnung vermittelt, um gezielt die Motivation zu erhöhen, mit den Rauchen aufzuhören. Essenziell ist eine weitestgehend wertungsfreie Vermittlung der Informationen - also eine möglichst emotionsfreue, auf Fakten und Tatsachen basierende Herangehensweise. Es erfolgt eine strukturierte Auflärung über die gesundheitsschädigenden Eigenschaften von Zigaretten, die Abhängigkeit von Nikotin und das Entzugssyndrom.

4.) Verhaltenstraining

Wer lange raucht eignet sich sogenannte Reiz-Reaktions-Muster an, welche neben der physischen Abhängigkeit nach Nikotin, ebenfalls eine Art Abhängigkeit nach gewissen Mustern und "Ritualen" auslöst. Ein solches "Ritual" stellt z.B. das Anzünden einer Zigarette dar - es wird ein positiver Reiz ausgelöst, den Raucher immer wieder erfahren möchten.

Die Methode der Selbstkontrolle im Rahmen eines Verhaltenstrainings ist eine der meistverwendeten Behandlungsmethoden und kann, insbesondere unter Begleitung von Nikotinersatztherpie oder der Einnahme von Medikamenten, den gewünschten Erfolg erzielen. Denn auch wenn mit der Verhaltenstherapie alte Verhaltensmuster aufgebrochen werden bleibt die körperliche Abhängigkeit nach Nikotin, welche es zu bewältigen gilt. Ein entscheidendes Element der Selbstkontrolle ist das Erkennen von Hochrisiko-Situationen und der richtige Umgang mit diesen.

In diesem Zusammenhang ist auch die kognitive Verhaltenstherapie zu nennen, welche ebenfalls die Veränderung des Verhaltens eines Rauchers zum Ziel hat. Bei dieser Methode steht im Vordergrund, die Einstellung und Wahrnehmung des Rauchstopps zu beeinflussen und negative Gefühle und Stimmungen umzuwandeln.

5.) Aversionstherapie

Diese Methode mit dem Rauchen aufzuhören setzt auf eine eintretende Ablehnung gegenüber dem Rauchen. Hierzu werden gezielt negative Erfahrungen oder Gefühle an unerwünschte Verhaltensweisen gekoppelt. In der Aversionstherapie kommen so z.B. abschreckende Fotos zum Einsatz. Auch kann im Rahmen dieser Therapie eine Art Ekel gegenüber dem Zigarettenrauchen erzeugt werden, indem ein Raucher zwanghaft besonders intensiv und häufig an der Zigarette ziehen muss. Anstatt des Genussgefühls können so negative Assoziationen mit dem Rauchen einer Zigarette erzeugt werden.

Sport und Bewegung

Nicht weiter überraschend können auch Ersatzaktivitäten erfolgreich zur Raucherentwöhnung eingesetzt werden. Oftmals wird im Rahmen eines Nikotinentzugs vermehrter Sport und Bewegung verschrieben. Die Lust zu Rauchen fällt während dieser Aktivitäten vollständig weg und auch das bessere Körpergefühl, welches durch Sport entsteht, hat einen Einfluss. Wer sich aktiv sportlich betätigt und Leistung investiert hat überlegt sich genau, diesen positiven Effekt durch das Rauchen einer Zigarette direkt wieder zu "relativieren".

Alternative Verfahren

Ob Akkupunktur, Hypnose, Akkupressur oder Laser-Therapien - vermeintlich effektive alternative Verfahren existieren viele. Das Problem bei diesen Methoden ist generell, dass sie nicht in der Breite angewendet werden und meist auch keine wissenschaftliche Signifikanz aufweisen. Genannte Methoden können jedoch bei vielen Rauchern einen positiven psychischen Effekt auslösen, welcher beim Rauchstopp unterstützend wirken kann.

Tipps: So bleiben Sie rauchfrei

Keine noch so gute Idee oder Therapie zur Raucherentwöhnung ist erfolgreich, wenn die Psyche immer wieder Gelegenheiten zum Rauchen wahrnimmt oder Raucher verleiten lässt.

Genuss ersetzen und neu erleben

Hier sollten sich Raucher eine neue Genussmöglichkeit für mindestens einmal am Tag suchen, welche den alten Rauchgenuss während des Rauchstopps ablöst. Hier öffnen sich ganz andere Türen, weil durch den Rauchstopp die Sinnesorgane besser funktionieren und beispielsweise der Duft von Blumen oder Ähnliches intensiver wahrgenommen werden kann.

Verleitende Situationen meiden

Vor allem in der Anfangszeit ist das Risiko sehr hoch, dem Rauchdrang wieder nachzugeben. Für viele ist hier die Sicht auf den Nachbarn mit Zigarette im Mund oder der Zigarettenrauch im Freibad ausreichend, um schwach zu werden. Orte sollten gemieden werden, von denen gewusst wird, dass dort eine Rauchkonfrontation erfolgen wird. Freunde und Familie sollten gebeten werden, nicht in der Umgebung des neuen Nichtrauchers zu rauchen.

In der Ruhe liegt die Kraft bei körperlichen Entzugserscheinungen

Körperliche Entzugserscheinungen zeigen sich unter anderem mit Nervosität, Hitzewallungen und/oder Stimmungsschwankungen. Dies ist ein normaler Prozess, der aber in der Regel mit jedem Tag ohne Nikotinzufuhr geringer wird. Tauchen Symptome auf, sollte Ruhe bewahrt, tief durchgeatmet und an andere Dinge gedacht werden. Yoga kann hier zudem helfen, wieder innere Ruhe und Ausgeglichenheit zu finden.

Ablenkung als Medizin

Gleich, ob Körper oder Geist nach einer Zigarette verlangen, Ablenkung ist mitunter die beste Medizin dagegen. Hier sollte einfach umgedacht und sich auf etwas anderes konzentriert werden.

Der Notfallplan

Sollte der Wunsch nach Rauchen so groß werden, kann ein Notfallplan hilfreich sein. Dieser sollte bereits vor dem Rauchstopp angefertigt werden und beinhalten, was getan werden kann, um dem akuten Rauchverlangen entgegenzuwirken.

Putzen, Schlafen, Baden, Gassigehen mit dem Hund, Kochen, Einkaufen oder Sport sind einige Beispiele, den das Rauchverlangen in den Hintergrund drängen können. Oder gibt es eine Person im Umfeld, die motivieren kann und Einfluss hat, um vom Rauchen abzuhalten? Der Notfallplan sollte mehrere Alternativen bereithalten, damit immer mindestens eine Möglichkeit zum Ausweichen vorhanden ist.

Psychologische Hilfe

Sowohl für Entwöhnungsraucher ohne Hilfsmittel, als ebenso für diejenigen mit einer Nikotinersatztherapie kann eine ergänzende psychologische Therapie positiv auf die Psyche wirken und das Durchhaltevermögen stärken. So erhöht sich die Chance, langfristig rauchfrei zu bleiben.


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Quellen:

  1. Nikotinersatz und andere Medikamente zur Raucherentwöhnung. Deutsches Krebsforschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft. URL: dkfz.de
  2. Raucherentwöhnung: Medikamente bewertet. Stiftung Warentest. URL: test.de
  3. Nikotinpflaster. Universitätsklinikum Tübingen. URL: medizin.uni-tuebingen.de
  4. Methoden zur Raucherentwöhnung. SOK – Die Gesundheitskasse. URL: ich-werde-nichtraucher.de
  5. Rauchfrei bleiben. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. URL: rauchfrei-info.de
  6. Moderne Methoden der Raucherentwöhnung. Bayerischer Rundfunk. URL: br.de
  7. Raucherentwöhnung: Methoden und Chancen Avoxa – Mediengruppe Deutscher Apotheker. URL: pharmazeutische-zeitung.de

Aktualisiert am: 06.09.2017