Saxenda (Liraglutid)

Saxenda ist ein verschreibungspflichtiges Medikament zur Unterstützung von Diäten bei starkem Übergewicht (Adipositas). Das Arzneimittel wirkt durch eine Senkung des Hungergefühls und hilft so dem Patienten bei dem Erreichen des Abnehmziels. Die Einnahme erfolgt selbständig mit der Hilfe eines mitgelieferten Pen und ist leicht durchzuführen.

Was ist Saxenda?

Saxenda wird bei der Behandlung von Adipositas angewendet und muss von einem Arzt verordnet werden. Zur Eignung für die Anwendung von Saxenda muss der Patient einen Body Mass Index (BMI) über 27 aufweisen.

Der aktive Wirkstoff ist Liraglutid. Dabei handelt es sich um ein Analogon zum Darmhormon GLP-1. Dieses Hormon steuert das Sättigungsgefühl des Menschen sowie das Hungergefühl. Durch diese Wirkung kann Saxenda eine erfolgreiche Diät unterstützen.

Saxenda ist seit dem 23. Januar 2015 für den europäischen Markt zugelassen. Entwickelt wurde das Medikament von dem dänischen Pharmakonzern Novo Nordisk. Ursprünglich wurde Liraglutid zur Behandlung von Diabetes mellitus entwickelt.

Saxenda wird mit steigender Dosierung eingenommen, wobei die Höhe der Steigerung und die Maximaldosis vom Arzt vorgegeben wird. Die Behandlung erfolgt langfristig und zusätzlich zu einer Diät sowie gesunder Lebensführung. Durch die Behandlung mit Saxenda kann der Patient das Abnehmziel jedoch schneller und einfacher erreichen.

Wie wirkt Saxenda?

Der enthaltene Wirkstoff Liraglutid imitiert das Darmhormon GLP-1 und wird vom Körper in der Bauchspeicheldrüse verarbeitet. Von dort aus gelangt es in die weiteren Regionen des Körpers und regelt das Sättigungsgefühl des Patienten. Mit Gabe von Liraglutid wird der Anteil von GLP-1 im Körper gesteigert und so eine starke Minderung des Hungergefühls erreicht. Mit steigender Dosis wird dieser Effekt verstärkt.

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Ein weiterer Effekt von Saxenda hängt direkt mit der Verarbeitung der in der Nahrung enthaltenen Nährstoffe zusammen. Die Wirkung von Saxenda ist meistens langfristig und besteht auch über die Zeit der Einnahme hinfort. Die Wirkung wird durch eine steigende Dosierung langsam und nach den individuellen Bedürfnissen des Patienten gesteigert. Nach dem Abschluss der Behandlung kommt das Hungergefühl nach und nach wieder, wodurch eine langsame Anpassung möglich ist.

Studienergebnisse

Die Wirkung von Saxenda konnte in der Zulassungsstudie "SCALE(TM) Obesity and Prediabetes" bestätigt werden. Bei einer Studiengröße von 3731 Teilnehmern erreichten die mit Liraglutid behandelten Patienten nach Abschluss der 56 Wochen einen Gewichtsverlust von durchschnittlich 9,2 Prozent, im Vergleich zur Placebo-Gruppe mit nur 3,5 Prozent.

Wie wird Saxenda angewendet?

Die Anwendung von Saxenda erfolgt täglich mit der Hilfe eines mitgelieferten Pens. Der Wirkstoff wird bei der Anwendung direkt unter die Haut injiziert und erreicht so schnell den Wirkungsort. Die Anwendung ist leicht durchführbar und kann in einer hygienischen Umgebung im Alltag durchgeführt werden.

Das Medikament wird einmal täglich von dem Patienten selbst verabreicht. Die Anwendung ist schmerzfrei und benötigt keine Nachbehandlung. Es muss darauf geachtet werden, dass bei der Einnahme keine Muskelregionen und Blutgefäße getroffen werden.

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Entscheidend für den Erfolg der Behandlung ist die Kombination der Einnahme mit einer Diät und viel Bewegung. So kann der Wirkstoff seine maximale Wirkung entfalten und das gewünschte Ergebnis erzielt werden.

Wer das zum ersten Mal eine Behandlung mit der Hilfe eines Pens durchführt sollte den Beipackzettel genau lesen um alle Risiken ausschließen zu können. Der Wirkstoff ist bereits im Pen enthalten und muss nicht gesondert vorbereitet werden. Nach Ende der Anwendung muss der Pen ordnungsgemäß entsorgt werden.

Die Zeit der Einnahme kann vom Patienten selbst bestimmt werden. Da es sich hier um ein Medikament handelt, welches auch den Blutzucker beeinflusst, empfiehlt sich ein Zeitrahmen während der Mahlzeiten für die Einnahme. Ein Fertigpenn enthält 18 mg des Wirkstoffs und kann deswegen mehrmals angewendet werden.

Welche Dosierungen gibt es?

Die Dosierung von Saxenda ist auf maximal 3 mg festgelegt. Der behandelnde Arzt legt die Startdosierung fest und bestimmt die weitere Steigerung. Üblicherweise beginnt die Behandlung mit einer Dosis von 0,6 mg in der ersten Woche, welche langsam gesteigert wird. Je nach Patient können die Startdosis und die Zieldosierung variieren.

Zur Überwachung behält der Arzt während der gesamten Zeit der Behandlung den Gesundheitszustand des Patienten im Blick und passt die Dosierung gegebenenfalls an. Die jeweilige Dosierung wird einmal täglich zugeführt, wenn möglich zu einer festgelegten Zeit. Die Höchstdosierung muss bei einer Behandlung möglichst lange gehalten werden, damit Saxenda erfolgreich und langfristig wirken kann.

Mögliche Nebenwirkungen von Saxenda

Wie jedes Arzneimittel können auch bei der Einnahme von Saxenda unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Diese treten vor allem zu Beginn der Behandlung auf. Sollte bereits mit der ersten Anwendung das Hungergefühl komplett verschwinden, muss sofort ein Arzt konsultiert werden.

Häufige Nebenwirkungen von Saxenda
Unterzuckerung Schlaflosigkeit
Schwindel Geschmacksstorungen
Mundtrockenheit Verdauungsstörungen
Magenschleimhautentzündung aufsteigende Säure in der Speiseröhre
Oberbauchschmerzen Blähungen
Aufstoßen Bauchspannen
Gallensteine Reizungen an der Injektionsstelle
Schwäche Erschöpfung

Als gelegentliche Nebenwirkungen können die folgenden Probleme auftreten:

  • Austrocknung
  • Herzrasen
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Gallenblasenentzündung
  • Nesselsucht
  • Unwohlsein

Zudem kann es als seltene Nebenwirkung zu allergischen Reaktionen, akutem Nierenversagen oder Beeinträchtigung der Nierenfunktion kommen. Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass die Gabe von Liraglutid ein erhöhtes Risiko für Schilddrüsenkrebs nach sich ziehen könnte. Jedoch sind noch keine ausreichenden Daten verfügbar, um dies zu verifizieren oder eine Häufigkeit zu definieren.

Wechselwirkungen und Gegenanzeigen

Bei bestimmten Krankheiten oder Dispositionen darf Saxenda nicht zur Behandlung von Adipositas verwendet werden. So schließt eine akute oder vorherige Schilddrüsenerkrankung wie Krebs, auch in der Familiengeschichte, die Behandlung mit Saxenda aus. Weitere Gegenanzeigen sind:

  • Überempfindlichen gegen den Wirkstoff
  • Behandlung von Diabetes Typ I oder Ketoazidose
  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
  • diabetische Magenlähmung
  • Leberfunktionsstörungen
  • Schwangerschaft oder Stillzeit

Darüber hinaus sollte Saxenda bei bestehender Herzmuskelschwäche sowie Bauchspeicheldrüsenentzündung nur mit besonderer Vorsicht und unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Bei Patienten über 75 Jahren ist eine Behandlung mit Saxenda nicht möglich.

Wechselwirkungen

Werden bereits Medikamente mit einem ähnlichen Wirkstoff eingenommen, muss von einer Behandlung mit Saxenda abgesehen werden. Auch andere Wirkstoffe, welche das Darmhormon GLP-1 ansprechen, dürfen nicht gleichzeitig eingenommen werden.

Patienten, die mit dem Blutverdünner Warfarin behandelt werden, sollten vor allem zu Beginn der Behandlung mit Saxenda regelmäßig eine ärztliche Untersuchung der Blutgerinnung vornehmen lassen.

  1. Liraglutid. Avoxa – Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH. URL: pharmazeutische-zeitung.de
  2. Adipositas: Liraglutid zum Abnehmen zugelassen. Avoxa – Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH. URL: pharmazeutische-zeitung.de
  3. Saxenda 6 mg/ml Injektionslösung in einem Fertigpen. Gesundheitsportal Onmeda. URL: onmeda.de
  4. How Saxenda® Works. Novo Nordisk Inc. URL: saxenda.com
  5. Zusammenfassung des EPAR für die Öffentlichkeit: Saxenda. European Medicines Agency. URL: ema.europa.eu

Aktualisiert am: 22.01.2018